Die Schweizer Modedesignerin und Lederspezialistin Yvonne Reichmuth hat einen Coup gelandet: Die 35-Jährige hat für die Schweizer Uhrenmarke Longines vier spezielle Uhren respektive Uhrenbänder gestaltet. Sie sind am Donnerstag in Paris unter dem Beisein von Hollywood-Star Kate Winslet vorgestellt worden.

Longines ist bekannt für seine rechteckigen Gehäuse. Bei der Kollektion «Dolce Vita» werden die Uhren mit Lederarmbändern von Yvonne Reichmuth aus der Schmiede ihres Modeateliers YVY ergänzt. Das Design des zweireihigen Armbands, welches dabei entstanden ist, hat die Uhrenmanufaktur aus Saint-Imier schützen lassen. 

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Die Uhr ist in braunem oder beigefarbenem Leder sowie in Schwarz mit Nieten erhältlich. Die Lederarmbänder bestehen aus Schweizer oder italienischem Leder und sollen eine Hommage an den Pferdesport sein sowie in ihrer Aufmachung an Pferdegeschirr erinnern. Longines möchte sich mit der Kollektion bewusst an den Pferdesport anlehnen.

Longines

Hommage an die Pferdewelt: Die Kollektion von YVY und Longines.

Quelle: ZVG

Vor über einem Jahr hat Longines bei Reichmuth und ihrem Label YVY für eine Kollaboration angefragt. «Es ist eine Partnerschaft von zwei Unternehmen, die Schweizer Qualitätshandwerk vereinen und schätzen», sagt Reichmuth zum Projekt. 

YVY und Longines ginge es darum, anspruchsvolles Design und traditionelles Handwerk in den Uhren zu verbinden, sagt die Modegestalterin. Für sie ist klar: «Unsere Erfahrung im Lederdesign kombiniert mit der Erfahrung von Longines in der Uhrenherstellung ist eine Hommage an Eleganz und Tradition.»

Longines-Chef Matthias Breschan: Variables Armband macht eine klassische Uhr zu einem echten Hingucker

Die Beweggründe für Reichmuth zur Kollaboration sind eindeutig: «Es ist eine aufregende Zeit für die Uhrenindustrie», sagt die Designerin. «Uhren sind nicht nur Zeitmesser, sondern Träger von Kreativität und Innovation.» Die Kollaboration mit Longines habe für sie Sinn gemacht: «Die Uhr besteht aus Leder aus der Schweiz und Italien», erzählt sie. «Die Idee zu einem modularen Armband entstand, um eine Uhr zu kreieren, die man stilvoll in verschiedenen Varianten tragen kann», sagt die Designerin.

Die Uhr kann sowohl mit oder ohne Zusatzarmband getragen werden, «je nachdem ist es eine klassische Uhr oder ein echter Hingucker», sagt Longines-Chef Matthias Breschan zur Kollektion. Durch die zwei unterschiedlich grossen Gehäuse seien die Uhren sowohl für Frauen als auch Männer gedacht. «Ich wollte explizit eine Unisex-Uhr kreieren, die durch die variablen Armbänder verschiedene Botschaften des Trägers ausstrahlen», sagt Reichmuth. 

Die Zusammenarbeit der 1832 gegründeten Uhrenmarke aus dem Swatch-Konzern und dem 2016 gegründeten Modelabel ist die erste Kollaboration mit einer Designerin in der Firmengeschichte. Während andere Uhrenbrands immer wieder mit Designern arbeiten, hat sich Longines bisher zurückgehalten und setzt nun erstmals auf eine Schweizer Designerin. 

Yvonne Reichmuth

Yvonne Reichmuth: 2016 gründete sie in Zürich ihr eigenes Label mit dem Namen YVY.

Quelle: ZVG

Billie Eilish trägt YVY

Der neuste Coup von Reichmuth schliesst an die Erfolgsgeschichte ihres Labels YVY an. Reichmuth gehört zu den bekanntesten Designerinnen der Schweiz und wird von der internationalen Modewelt seit Jahren gefeiert. Ihre Lederkreationen wurden in unzähligen Magazinen vorgestellt; und Reichmuth hat es bis nach Hollywood geschafft. Megastars wie Billie Eilish, Taylor Swift, Kristen Stewart, Monica  Bellucci oder Gwen Stefani tragen ihre Mode.

Bereits im jungen Alter wusste Reichmuth, dass sie Modedesignerin werden möchte. Nach ihrem Modedesign-Studium in Zürich führte sie ihr steigendes Interesse an der Lederkunst nach Florenz, wo sie als Stylistin Kostüme und zahlreiche Unikate für Filme anfertigte. Anstatt zu einem bekannten Label zu gehen, gründete sie 2016 schliesslich in Zürich ihr eigenes Label, YVY – eine Kurzform ihres Vornamens. Sie wurde an Modeshows in Paris, Mailand, Peking, Berlin oder Dubai eingeladen und erhielt auch den «Swiss Textile Prize for Young Fashion Entrepreneurs». 

Zusammenarbeit mit Porsche-Urenkel Anton «Toni» Piëch

Doch damit nicht genug: Neben der Uhr für Longines oder den auffälligen Lederkreationen für Hollywoodstars arbeitet Yvonne Reichmuth auch für Anton «Toni» Piëch. Der Sohn von VW-Patriarch Ferdinand Piëch will in zwei Jahren seinen Elektro-Sportwagen Piëch GT lancieren. Der Wagen soll rund 200’000 Franken kosten. Als Investor konnten Piëch und Co-Gründer Rea Stark Rajcic unter anderen den US-Investor Peter Thiel gewinnen.

Reichmuth kreiert für den Autohersteller aus der Schweiz die Innenausstattung und die Sitze der edlen E-Sportflitzer. Zurzeit ist Reichmuth bei Piëch angestellt und Teil des Designteams, welches für die Innenausstattung, die Sitze und die Farben verantwortlich ist. Deshalb ist Reichmuth kürzlich zu dem Piëch-Team nach Zug gestossen.

Die Schweiz sei ihre «Homebase» und sie arbeite gerne hier, sei aber auch viel unterwegs in den grossen Modemetropolen Europas oder an der amerikanischen Westküste, wo ihre Lederaccessoires auf grossen Anklang stossen.