«Hope», Hoffnung, ist der Name eines Konsortiums mit einem anspruchsvollen Ziel: nicht weniger als 1,8 Milliarden Dosen Corona-Impfstoffe in den Golfstaaten und in Nordafrika zu verteilen. Der Zusammenschluss besteht aus dem Emirat Abu Dhabi, dessen Airline Etihad, dem Betreiber eines riesigen Lagerhauses am Hafen von Abu Dhabi sowie zwei lokalen IT-Providern. «Hope» will die Impfstoffe von allen Herstellern auf der ganzen Welt zusammenkaufen.

Eine Schlüsselrolle spielt bei dem Projekt das Zürcher Start-up Skycell. Die acht Jahre alte Firma baut und vermietet Frachtcontainer für empfindliche Ware. Mittels Sensoren und Internet wird in Echtzeit sichergestellt, dass die Ware auf dem richtigen Weg ist und dass die Rahmenbedingungen etwa für Temperatur, Feuchtigkeit oder Erschütterungen eingehalten werden.

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Diese Container sollen bei «Hope» zum Einsatz kommen: «Wir konnten beratend helfen», sagt Co-Gründer und CEO Richard Ettl, «keiner sonst hat das Know-how.» Er und sein Team gingen von sich aus auf verschiedene Regierungen zu, der Kontakt mit dem Emir von Abu Dhabi kam dann über einen Investor aus dem Mittleren Osten zustande.

Spezielle Container für Transport bei –70  Grad

3000 wiederverwendbare Container braucht es für den Auftrag. Für den Wirkstoff von Pfizer und Biontech, der bei –70  Grad transportiert werden muss, hat Skycell eine spezielle Version ihres Containers entwickelt und wird ein paar hundert davon produzieren. «Es ist der grösste Auftrag, den wir je hatten, und der grösste, den die Industrie derzeit zu vergeben hat», sagt Ettl.

20 bis 30 Millionen Franken ist er wert. Möglicherweise kommt aber auch noch der Landtransport hinzu, denn in Staaten wie Oman, Ägypten oder Marokko gibt es kaum LKWs, die bei –70  Grad die Kühlkette einhalten können. «Dann reden wir von 40 bis 50 Millionen Franken», sagt Ettl.

Skycell mit derzeit 120 Mitarbeitern gilt als eines der hoffnungsvollsten Schweizer Start-ups. Im Frühling sammelte die Firma trotz Pandemie 65 Millionen Wachstumskapital. Auch jetzt stehen die Investoren Schlange, obwohl derzeit kein weiteres Fundraising geplant ist. «Es ist gerade ein ziemlicher Hype», so Ettl.