Die Business-Idee
Die Fitnesslust der Schweizer ist ungebrochen. Seit 2008 stieg die Zahl jener, die ein Abo eines Fitnesscenters besitzen, auf 16 Prozent. Das Problem bei vielen Fitnessfreaks: Ihr Studio befindet sich in der Nähe ihres Wohnorts und gehört keiner grossen Kette an. Berufliche Mobilität, unvorhersehbare Termine und ähnliche Gründe führen dazu, dass es oft praktisch wäre, in ein Studio in einer anderen Stadt zu ­gehen, ohne gleich ein Abo abschliessen zu ­müssen. Diesem Bedürfnis will das Zürcher Startup Gymhopper mit seiner App ­nachkommen. Unabhängige Fitnesstudios ­können sich darin zu einem Netzwerk zusammenschliessen und ihren Mitgliedern dadurch den Zugang zu mehr als 100 Studios in der ganzen Schweiz ermöglichen. Durch den Gebrauch von Gymhopper ergeben sich laut Gründer Louis Nicholls für eigenständige Fitnesscenter und deren Kunden zwei Vorteile: «Einerseits können sich die Gyms zu einem nationalen Netzwerk zusammenschliessen und so gemeinsam gegen die grossen Ketten ankämpfen. Anderseits bieten sie den Kunden die Möglichkeit, auch in anderen Städten jederzeit ihr Workout zu absolvieren.»

Die Gründer
Gegründet wurde Gymhopper von Silvan Krähenbühl (23) und Louis Nicholls (24). Auch die beiden Berner wurden während ihrer Studienzeit an der Universität St. Gallen mit dem Problem, das sie lösen wollen, konfrontiert: Das in Bern gelöste Fitnessabonnement hatte in der Gallus­stadt keine Gültigkeit. Mittlerweile hat Krähenbühl seinen ­Bachelor in BWL abgeschlossen und kümmert sich nun um die Akquise und den Aufbau langfristiger Partnerschaften. Nicholls ist zuständig für die Produktentwicklung und das Marketing. Seit dem Start im letzten Februar ist Gymhopper sukzessive gewachsen. «Derzeit umfasst das Team sieben weitere Personen, die uns vor allem in den Bereichen Marketing, Vertrieb und Programmierung unterstützen. Im Mai wird ein Country ­Manager für den Schweizer Markt seine   ­Tätigkeit aufnehmen», sagt Krähenbühl.

Der Markt
Seit dem Launch ist die Anzahl der teilnehmenden Fitnesscenter von 43 auf über 100 gestiegen. Etablierte Player wie Activ Fitness oder Migros Fitnessparks hat Gymhopper längst überholt. Während für die Besucher die Nutzung in der Regel kostenlos ist, müssen die teilnehmenden Center für den Service bezahlen. Dabei stehen ­ihnen vier Tarifoptionen zwischen 990 und 2990 Franken pro Jahr zur Auswahl, wovon drei Optionen den Weiterverkauf an Mitglieder ermöglichen. Operativ sei das Unternehmen laut Nicholls bereits in den schwarzen Zahlen angelangt. Das Potenzial sei aber noch lange nicht ausgeschöpft. Denn alleine in der Schweiz existieren zwischen 600 und 700 eigenständige, qua­litativ hochwertige Gyms. «Und es gibt ­keinen Grund, warum nicht jedes Teil ­unseres breiten Netzwerks werden sollte – wir bieten nur Vorteile.»

Die Chance
Neben Fitnesscentern könnte der ­Ser­vice in Zukunft auch auf zusätzliche Angebote oder Sportstätten ausgeweitet werden. «Noch nicht abgedeckt sind Gruppenkurse wie Yoga, Tae Bo oder Spinning. Schwimmbäder sind ebenfalls interessant», sagt ­Nicholls. Die beiden Gründer sondieren derzeit Expansionsmöglichkeiten im ­Ausland. Nicholls und Krähenbühl spielt bei der weiteren Entwicklung ihres Jungunternehmens in die Hände, dass sie bisher kaum Fremdkapital aufnehmen mussten. Im ­Dezember generierte Gymhopper durch eine erste, kleine Investitionsrunde einen Betrag im tiefen sechsstelligen Bereich. «Wir sind aber noch immer im Besitz der klaren Mehrheit, was uns eine weitere Investitionsrunde im Falle einer Expansion durchaus ermöglichen würde», sagen die Gründer.

Anzeige