Die chinesischen und südkoreanischen Pläne für ein Verbot des Handels mit virtuellen Währungen versetzen so manchen Anleger in Panik. Aus diesem Grund brach der Bitcoin-Kurs zuletzt binnen weniger als 48 Stunden um mehr als ein Drittel auf etwa 9100 Dollar ein. Kurz vor Weihnachten hatte er noch bei 20’000 Dollar gelegen. Für die Anstrengungen der Behörden, den neuen und bislang unregulierten Markt für Cyber-Devisen an die kurze Leine zunehmen, haben Veteranen des Krypto-Geschäfts aber nur ein müdes Lächeln übrig.

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«Falls die Regierung alle hiesigen Börsen schliesst, können Anleger immer ein Konto im Ausland eröffnen», betont ein südkoreanischer Student. «Ich kann einen Freund fragen, der im Ausland studiert oder selbst dorthin reisen.» Eine 30-jährige Krankenschwester aus Seoul ist nach eigenen Angaben schon auf eine Hongkonger Börse ausgewichen. Südkoreanischen Branchen-Insidern zufolge ist bereits ein Trend zur Abwanderung ins Ausland erkennbar.

Technische Umgehungsmöglichkeiten

Es gebe aber auch eine Reihe technischer Möglichkeiten, ein Verbot zu umgehen, betonen Experten. In einem ersten Schritt könnten Anleger ein sogenanntes Virtuelles Privates Netzwerk (VPN) aufbauen, über das Daten zwischen Computern verschlüsselt übertragen werden. Einige Börsen wie Shapeshift oder Stellar Dex verlangen keine Identifikationsnachweis von ihren Kunden und können von jedem Ort der Welt genutzt werden. Dort eröffnete Depots können mit Online-Kryptowährungskonten, sogenannten Wallets, von Anbietern wie Exodus oder Jaxx gekoppelt werden, die ebenfalls Anonymität versprechen. Guthaben an Bitcoin & Co können auch in Offline-Wallets in der Grösse eines USB-Sticks gebunkert werden.

«Mein gesamtes Guthaben liegt in einem Hardware-Wallet von der Grösse meines Daumens», sagt ein Hongkonger Investor, der nach eigenen Angaben Kryptowährungen im Volumen von rund einer Millionen Dollar hält. «Ich habe Kopien meiner Verschlüsselungskennwörter in einem Safe. Ich habe Konten bei vier Börsen auf drei Kontinenten. Wenn eine Regierung an mein Geld will – viel Glück!»

(reuters/mbü)

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