Credit Suisse rechnet wegen der US-Steuerreform mit einer höheren Steuerlast. Für das abgelaufene Jahr erwartet die Schweizer Grossbank nun einen Steuersatz von rund 40 Prozent statt wie bisher in Aussicht gestellt von etwa 37 Prozent.

Für das laufende Jahr hob Credit Suisse am Mittwoch die Schätzung auf 30 von 28 Prozent an. Entgegen der bisherigen Erwartung gehe das Institut nun davon aus, dass es von der amerikanischen Base Erosion and Anti-Abuse Tax (BEAT) betroffen sein wird, begründete das Geldhaus die neue Prognose.

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US-Präsident Donald Trump hatte im Dezember 2017 die Steuerreform unterzeichnet und damit in Kraft gesetzt. Die Reform sieht unter anderem vor, dass die Unternehmenssteuern auf 21 von bisher 35 Prozent sinken. Für Banken kann sich die Reform in zwei Bereichen negativ auswirken. Einerseits profitieren viele Institute wegen der niedrigeren Unternehmensabgaben damit weniger von Steuergutschriften, die noch aus der Zeit der Finanzkrise stammen.

Zum anderen kommt auf die Finanzhäuser eine Sondersteuer zu: Dienstleistungen und Zahlungen, die die US-Töchter an ihre Mutterinstitute ausserhalb der USA erbringen, müssen künftig besteuert werden. Bisher liegt aber erst ein Entwurf vor. Erst wenn die neuen Regeln verbindlich sind, können Firmen die Auswirkungen mit Sicherheit einschätzen.

100 Millionen Franken

Vontobel-Analyst Andreas Venditti senkte die Gewinnschätzungen für Credit Suisse für 2018 und 2019 um jeweils rund 100 Millionen Franken. Er rechnet nun für das vergangene Jahr mit einem Gewinn von 1,91 Milliarden Franken und 2019 mit 3,33 Milliarden.

Nach drei Jahren mit Verlusten stellte Credit Suisse im Dezember für 2018 erstmals wieder einen Gewinn in Aussicht, ohne allerdings eine Zahl zu nennen. Für 2019 peilt die Bank dann einen Überschuss von 4,0 bis 4,4 Milliarden Franken an.

(reuters/mlo/tdr)