Plattformen und Marktplätze gelten als die Zukunft der Immobilienkredite: Moneypark von Helvetia hatte den Anfang gemacht, weitere Modelle sind gefolgt: Kreditfabriken, digitale Services für die Handhabung des ganzen Immobilienzyklus und Plattformen, bei denen institutionelle Investoren bedient werden.

Wie beispielsweise das Atrium-Angebot der UBS. Dieses ist inzwischen in das vor zwei Jahren von der gleichen Bank lancierte Key4 integriert worden. Key4 richtet sich an private Kundinnen und Kunden. Kreditgeber sind hier kleinere und grössere institutionelle Investoren, die nicht nur Geld einbringen, sondern von der Plattform auch ergänzende Services bekommen.

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«Die UBS wird weiter zielgerichtet und schrittweise den Hypothekarprozess digitalisieren.»

Dienste, die sie vielleicht alleine nicht erbringen können. Und weil sich bei den Plattformen zunehmend Banken mit Versicherungen zusammentaten – Produkte und Services können sich gut ergänzen –, arbeitet man bei Key4 im Immobilienbereich mit der Baloise zusammen.

Zunehmend digitale Prozesse

Laut UBS ist man «sehr zufrieden mit der Entwicklung auch insbesondere in so einem volatilen Zinsumfeld» (detaillierte Zahlen kommuniziert man nicht). Man sieht bei der UBS auch, wie Hypothekarnehmer immer digitaler werden und dass die Transparenz am Markt weiter zunimmt. Kunden wünschten zudem vermehrt kanalübergreifende Lösungen, beispielsweise digitale Angebote gepaart mit einer telefonischen Beratung.

«Key4 by UBS» bietet laut der Bank «Hypotheken für selbstgenutztes Wohneigentum sowie für Renditeliegenschaften in der Schweiz» an. Die Bank sieht in beiden Bereichen weiterhin deutliches Wachstum und zielt auf digitalaffine Kreditnehmer, die sich sehr selbstbestimmt verhalten.

Gleichzeitig spricht man mit dem Angebot auch institutionelle Investoren an, die ihren Anlagehorizont diversifizieren möchten und indirekte Investition in Immobilien via Hypothekenfinanzierung nutzen wollen.

Die «alte» Atrium-Plattform-Kundschaft besteht weiter. Die UBS arbeite mit einer breiten Palette an institutionellen Investoren zusammen, die auf der bankeigenen Hypothekarplattform in Hypotheken investieren, sowohl für Renditeliegenschaften wie auch für selbstgenutztes Wohneigentum. Die Investoren könnten dabei auf den UBS-Kreditprozess setzen, da nur Hypotheken angeboten werden, die den UBS-Richtlinien entsprechen.

«Immobilien- und Vorsorgethemen wachsen zunehmend zusammen; das Sparen und Anlegen bildet die Basis für den späteren Kauf von Traumimmo­bilien.»

Die Investoren könnten ihre Investitionskriterien und ihre Zinsangebote weiterhin selbstständig definieren – und das innerhalb der digitalen und sicheren Umgebung des UBS-E-Banking.

Die Dienstleistungen und Angebote für Kunden entwickelt die UBS laut eigenen Angaben «sehr stringent zusammen mit Endkunden und mit agilen Arbeitsmethoden». Man könne dadurch die eigenen Konzepte laufend testen, schneller auf die Kundenbedürfnisse eingehen und das Feedback von Usern/Endkunden direkt und ungefiltert erhalten.

Generell spüre die Bank «vermehrt den Bedarf, auch im Hypothekarmarkt gewisse Prozessschritte zu digitalisieren und zu vereinfachen, beispielsweise mit der elektronischen Unterschrift, um Postwege zu minimieren». Die UBS werde weiter zielgerichtet und schrittweise den Hypothekarprozess digitalisieren – immer auf die Bedürfnisse der Endkunden ausgerichtet.

Mit Konto und Karten

Und auch die Marke Key4 wurde weiterentwickelt: Im Mai gab die UBS bekannt, Angebote für digitalaffine Kundinnen und Kunden unter Key4 zu bündeln. Dazu gehören zunächst Privat- und Sparkonten und Bezahlkarten. Vorsorge, Anlagen und Kredite sollen später folgen.

Analysten halten diese Bündelung für sinnvoll: Immobilien- und Vorsorgethemen wachsen zunehmend zusammen; das Sparen und Anlegen bildet die Basis für den späteren Kauf von Traumimmobilien. Es soll indes keine Neobankenstrategie verfolgt werden, sondern die Kundinnen und Kunden sollten weiterhin die Wahl haben, welche Dienstleistungen sie über welche Services nutzen.