Der Goldpreis steht derzeit auf dem tiefesten Stand zwei Monaten: Eine Unze kostet derzeit 1'856 Dollar. Doch das sei keineswegs ein Signal für einen weiteren Preisverfall, sagt Mark Haefele. Der Chief Investment Officer der UBS-Vermögensverwaltung erwartet vielmehr eine Umkehr: Das Edelmetall könnte bis Ende des Jahres sogar die 2000-Dollar-Marke knacken. 

Dafür sprechen drei Gründe: 

1. Die Geldpolitik der US-Notenbank

Vor den Präsidentschaftswahlen im November wird die US-Regierung voraussichtlich kein Fiskalpaket schnüren. Um die Wirtschaft zu stützen, wird die Fed weiter Staatsanleihen kaufen und die Zinsen niedrig halten.

2. Die Wahlen in den USA

Der Ausgang der Wahl ist alles andere als sicher. Die UBS-Politikexperten rechnen zwar mit 50prozentiger Wahrscheinlichkeit einen Sieg der Demokraten. Doch das Wahlergebnis könnte umstritten sein, Donald Trump gibt sich womöglich nicht einfach geschlagen. Diese enorme Unsicherheit dürfte für Volatilität an den Märkten sorgen – und spricht für Anlagen in sichere Häfen wie Gold, aber auch den Schweizer Franken und den japanischen Yen. Der Dollar dürfte weiter sinken und dadurch den Goldpreis antreiben.

3. Die globale Verschuldung 

Die Staatsverschuldung ist durch die Corona-Krise weltweit noch stärker angestiegen, was niedrige Zinsen begünstigt. Die Inflation dürfte zwar ansteigen, aber die Zentralbanken werden eine etwas höhere Teuerung zeitweise in Kauf nehmen, bevor sie die Zinsen erhöhen. Als «realer» Vermögenswert bietet Gold eine Absicherung gegen Inflation.

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Der Zeitpunkt, um Gold zu kaufen, sei daher gerade günstig. Die UBS-Experten erwarten bis Ende Jahr einen Preisanstieg auf 2000 Dollar pro Unze. Und im konjunkturellen Worst-Case-Szenario seien sogar 2300 Dollar möglich.

(mlo)