In der Schweiz steht mittlerweile jede vierzigste Mietwohnung leer. In einigen Gegenden ausserhalb der Zentren dürfte der Wert noch höher liegen. "Vor allem in Regionen mit geringer Nachfrage haben die laufenden Investitionen in den Wohnungsmarkt zu steigenden Leerständen geführt" sagt ImmoScout24-Director Martin Waeber. Wegen der tiefen Zinsen war einerseits die Lage für die Bautätigkeit zuletzt oft nicht entscheidend. Andererseits wurden in den vergangenen Jahren mehr Mietwohnungen erstellt als eigentlich benötigt wurden. Inzwischen müssen vielerorts die Vermieter um die Gunst der Mieter buhlen und sie mit Gratismonaten oder dem Verzicht von Depotzahlungen ködern.

Nachfrage übersteigt Angebot bei Eigenheimen

Anders sieht die Situation im Eigenheimmarkt aus. Beim Wohneigentum fehlt das Angebot, die Nachfrage ist aufgrund der tiefen Zinsen und der robusten Konjunktur dagegen hoch. "Im laufenden Jahr zeichnet sich ein leichtes Preiswachstum ab", so Waeber. Bereits im vierten Quartal 2018 sind die Kaufpreise für Häuser und Wohnungen in der Agglomeration gestiegen. Deutlich teurer wurden grosse Eigentumswohnungen mit vier bis fünfeinhalb Zimmer im Umfeld von Bern (+7,9 Prozent) sowie kleinere Objekte um Bern (+4,1 Prozent) und St. Gallen (+3,5 Prozent) (siehe Grafik). Einen Aufwärtstrend konnte auch in Genf und Basel festgestellt werden.

Rückläufige Preise in Luzern und Lugano

Günstigere Gelegenheiten haben sich dagegen in der Agglomeration von Luzern und Lugano ergeben. Wer in der Zentralschweiz auf Häusersuche war oder ein grösseres Stockwerkeigentum übernehmen wollte, musste deutlich weniger tief in die Tasche greifen als noch im Vorquartal. 

 

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