Informationen, wonach die dringend benötigte nächste Tranche der Finanzhilfe über zwölf Milliarden Euro für Griechenland unter Dach und Fach ist, haben sich im Laufe des Tages verdichtet. Daraufhin kletterten in den USA die wichtigsten Indizes um über ein Prozent. Enttäuschende Konjunkturdaten dämpften das Plus am Markt nur minimal: So trübte sich die Stimmung der US-Einkaufsmanager in der Region Chicago im Mai überraschend kräftig ein. Zudem ging in den USA das Verbrauchervertrauen in diesem Monat unerwartet und deutlich zurück.

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Der Dow Jones Industrial legte nach einem feiertagsbedingt verlängerten Wochenende um 1,03 Prozent auf 12'569,79 Punkte zu. Die Mai-Bilanz aber fällt mit einem Minus von 1,88 Prozent enttäuschend aus. Damit verbuchte der Leitindex zum ersten Mal seit einem halben Jahr wieder einen prozentuale Rückgang auf Monatsbasis. Der breiter gefasste S&P-500-Index rückte am Dienstag um 1,06 Prozent auf 1345,20 Punkte vor. Für den Nasdaq Composite ging es um 1,37 Prozent auf 2835,30 Punkte aufwärts und der Auswahlindex Nasdaq 100 stieg um 1,56 Prozent auf 2372,54 Punkte.

Schwacher Dollar treibt Ölwerte an

Die Hoffnung auf weitere Hilfen für Griechenland trieb auch den Euro an, der gegenüber dem US-Dollar an Wert gewann. Im Zuge dessen legte der Ölpreis ebenfalls zu, da ein schwacher Greenback für gewöhnlich die Nachfrage nach Rohöl stützt. Profiteure dieser Entwicklung waren vor allem die Rohstoffwerte: So stiegen Chevron Corp. im Dow um 1,65 Prozent auf 104,91 Dollar und die Titel des Ölfeldausrüsters Schlumberger gewannen 1,19 Prozent auf 85,72 Dollar.

Zu den Gewinnern zählten darüber hinaus die Aktien der Anbieter erneuerbarer Energien, nachdem Deutschland den Atomausstieg bis 2022 beschlossen hat. Die Titel von LDK Solar etwa schnellten um 8,12 Prozent auf 7,59 Dollar in die Höhe. Ferner rückten die Papiere von First Solar um 2,37 Prozent und die von Sunpower um 1,30 Prozent vor.

Intel und Apple nach positiven Nachrichten im Plus

Mit Blick auf die weiteren Technologiewerte stiegen die Titel von Intel um 1,35 Prozent auf 22,51 Dollar. Der Chiphersteller will Apple mit einer neuen Geräteklasse in die Parade fahren und das durch die Tablet-Computer bröckelnde PC-Geschäft wieder in Gang bringen. Das sogenannte Ultrabook soll die Vorteile von leistungsfähigen Notebooks und Tablet-Computern in sich vereinen. Gleichwohl verteuerten sich Apple-Papiere sogar um 3,09 Prozent auf 347,83 Dollar. Trotz seiner Krankheit lässt es sich Konzernchef Steve Jobs nicht nehmen, den Fans die neuesten Produkte aus dem Hause Apple persönlich vorzuführen. Auf der Entwicklerkonferenz, die am kommenden Montag (6. Juni) beginnt, werden Jobs und sein Team unter anderem die jüngste Version des Mac-Betriebssystems vorstellen.

Unter den Finanzwerten kletterten die Papiere von Goldman Sachs um 1,49 Prozent auf 140,73 Dollar nach oben. JPMorgan hatte die Titel des Wettbewerbers nach einem Treffen mit Top-Manager Michael Sherwood von "Neutral" auf "Overweight" hochgestuft. Der Finanzkonzern habe eine klar erkennbare Strategie und vollziehe einen internen Paradigmenwechsel, schrieb Analyst Kian Abouhossein in einer Studie.

Nike im Minus

Die Aktien von Nike aber fielen um 0,20 Prozent auf 84,45 Dollar: Europas grösster Sportartikelkonzern Adidas will dem Erzrivalen die Marktführerschaft auf dem wichtigen Sportmarkt Grossbritannien abjagen. Sprungbrett dafür sollen die Olympischen und Paralympischen Spiele 2012 London sein, kündigte Vorstandschef Herbert Hainer am Wochenende in der britischen Hauptstadt an. Für die Adidas-Titel ging es in Frankfurt um 0,83 Prozent nach oben.

(laf/awp)