Investoren verlieren keine Zeit, sich an den aufstrebenden europäischen SPACs von Ex-Credit-Suisse--Chef Tidjane Thiam oder dem ehemaligen Deutsche Bank-Investmentbanker Garth Ritchie zu beteiligen.

Thiam hob das Volumen seiner Special Purpose Acquisition Company (SPAC) auf 300 Millionen Dollar an, um Akquisitionen im Finanzbereich zu tätigen, wie es in einer Erklärung vom Freitag heisst. Er ist Teil eines Grüppchens erfahrener Führungskräfte in Europa, deren Blankoscheck-Unternehmen sich steigender Nachfrage erfreuen.

Grosses Interesse an den Börsen

Die Londoner Investmentfirma Centricus platzierte diesen Monat ihr erstes US-SPAC und sammelte dabei mit 300 Millionen Dollar gleich 20 Prozent mehr ein als ursprünglich geplant.

Das Blankoscheck-Unternehmen unter der Leitung des ehemaligen Investmentbanking-Leiters der Deutschen Bank, Ritchie, sammelte nachdem Ausübung eine Mehrzuteilungsoption schliesslich sogar 345 Millionen Dollar ein.

Einen SPAC-Boom in den USA

Während angesichts des Blankoscheck-Booms an der Wall Street auch aus Europa mehr der Vehikel angeboten werden, machen sie dennoch nur einen kleinen Teil des Gesamtmarktes aus. Das verleiht ihnen im Gegenzug einen Hauch von Exklusivität.

In den USA sind dieses Jahr bereits fast zweihundert Blankoscheck-Unternehmen an die Börse gegangen und haben dabei 60 Milliarden Dollar eingesammelt, so von Bloomberg zusammengetragene Daten. Das sind bereits mehr als 70 Prozent der Rekordbilanz aus 2020.

«Da füllt sich eine robuste Pipeline»

In Europa sei derzeit weniger los derzeit, so Saadi Soudavar, Co-Head of Equity Capital Markets der Deutschen Bank für Europa, den Nahen Osten und Afrika. Weitere SPACs, die sich auf die Region konzentrieren, sollten jedoch in den kommenden Monaten gelistet werden, sagte er am Freitag.

«Da füllt sich eine robuste Pipeline», sagte Soudavar, dessen Bank einer der Arrangeure beim SPAC-Börsengang von Thiam war. «Ein Teil der Differenzierung, die wir derzeit sehen, ist eine Zunahme von SPACs, die sich mit Übernahmezielen in EMEA befassen.

(bloomberg/mbü)