Tech-Unternehmen mit grosser Marktkapitalisierung hatten im vergangenen Jahr stark zu kämpfen. Sie mussten die Hauptlast der steigenden Zinssätze und des geringeren Appetits der Anleger auf risikoreiche Anlagen tragen. Besonders negativ stach Tesla hervor.

Die Aktie des E-Auto-Bauers verlor 2022 rund 65 Prozent ihres Werts, was dem Unternehmen den letzten Platz im NYSE FANG+ Index einbrachte, einer Bewertung von zehn Technologiegiganten, zu denen Namen wie Meta, Apple, Microsoft und Amazon gehören.

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Gerade in den letzten drei Monaten befand sich die Tesla-Aktie im freien Fall – zur allgemeinen Besorgnis über den Ausverkauf im Technologiebereich und über Elon Musks starken Fokus auf Twitter kamen wachsende Zweifel an der Nachfrage nach Elektroautos angesichts der Rezession hinzu. Zwei wichtige Ereignisse in der ersten Woche des neuen Jahres – schwächer als erwartete Auslieferungen für das vierte Quartal und eine weitere Runde von Preissenkungen für die Fahrzeuge in China – haben diese Befürchtungen noch verstärkt. 

Am Freitag ist die Aktie um bis zu 7,7 Prozent abgestürzt auf 101,81 Dollar, womit sie den niedrigsten Stand seit August 2020 erreichte. Die Marktkapitalisierung von Tesla sank vorübergehend auf rund 321 Milliarden Dollar, was den Elektroautohersteller kurzzeitig hinter den Facebook-Mutterkonzern Meta fallen liess im Ranking der wertvollsten Unternehmen der Welt.

Zu viele Risiken schrecken Anleger ab

Es sind diese Risiken, die die Anleger hinsichtlich der Zukunft der Aktie vorsichtig werden lassen – zumindest auf kurze Sicht. Mit all den Unsicherheiten gebe es derzeit zu viele Unbekannte, um eine angemessene Bewertung zu finden, sagt Mark Stoeckle, CEO der Investmentgesellschaft Adams Funds, der Tesla-Aktien hält. «Wenn man ein Zugwrack wie dieses sieht, ist es besser, sich zurückzuhalten und zu beobachten, anstatt einzusteigen.»

Die Bewertung von Tesla, die sich nun auf dem Niveau von Meta befindet, unterstreicht auch die vielen Gemeinsamkeiten zwischen den beiden Aktien. Obwohl beide Unternehmen sehr unterschiedliche Geschäftsbereiche haben, sehen sich beide mit einer allgemeinen Skepsis der Anleger hinsichtlich ihrer Zukunft konfrontiert, während ihre sehr prominenten CEOs in letzter Zeit Fehltritte begangen haben. 

Die drastischen Wertverluste im vergangenen Jahr haben beide Unternehmen aus dem elitären US-Börsenclub mit einem Börsenwert von 1 Billion Dollar vertrieben – aus einer exklusiven Gruppe, in die es nur sechs Firmen je geschafft haben. Nur drei Wall-Street-Firmen sind heute mehr als 1 Billion Dollar wert: Apple, Microsoft und Alphabet. 

Unterschiedlicher Start ins neue Jahr

In der ersten Börsensitzung des Jahres 2023 fielen die Aktien des Texas ansässigen Automobilherstellers um mehr als 12 Prozent. Im letzten Quartal 2022 konnte Tesla weniger Fahrzeuge als erwartet ausliefern, obwohl es in den grössten Märkten kräftige Anreize geboten hatte. 

Meta hingegen hat sich in den letzten Monaten besser geschlagen. Die Aktien des Unternehmens sind seit ihrem Tiefstand im November um mehr als 40 Prozent gestiegen, nachdem das Social-Media-Unternehmen drastische Kostensenkungsmassnahmen ergriffen hatte. So strich Meta mehr als 11 000 Stellen. Seit Anfang Jahr hat das Unternehmen mehr als 5 Prozent zugelegt.

(Bloomberg/mth)