In der Führung der US-Notenbank Fed herrscht Uneinigkeit über den weiteren Zinskurs. Wie aus den am Mittwoch veröffentlichten Protokollen der Fed-Sitzung vom September hervorgeht, gehen die Ansichten über die Wirtschaftsaussichten auseinander. Einige Währungshüter weisen demnach auf mittelfristig steigende Rezessionsrisiken hin.

Andere sehen die mit dem Handelskonflikt und anderen Unwägbarkeiten verbundenen Risiken als nicht so gross an, dass sie den Aufschwung in den USA abwürgen könnten. Der Offenmarktausschuss der Fed hatte Mitte September mit sieben zu drei Stimmen entschieden, den Leitzins auf die Spanne von 1,75 bis 2,0 Prozent zu senken.

Ähnliche Wortwahl wie bei vorherigen Senkungen

Experten rechnen damit, dass die Notenbank trotz der internen Differenzen über das weitere Vorgehen Ende Oktober den dritten geldpolitischen Schritt nach unten in diesem Jahr folgen lassen wird.

Einen entsprechenden Wink gab zuletzt auch Notenbankchef Jerome Powell: Er signalisierte, die Zentralbank werde «angemessen handeln», um das Wachstum zu stützen. Mit ähnlichen Formulierungen hatte er die Märkte bereits auf die beiden Zinssenkungen in diesem Jahr eingestimmt.

Abbau der Wertpapierbestände gestoppt

Wie aus den Fed-Protokollen hervorgeht, ist man sich im Führungskreis der Notenbank einig, dass bald über eine Ausweitung der eigenen Bilanz gesprochen werden muss. Powell hat bereits angekündigt, dass rasch Massnahmen beschlossenen würden, um dem Geldmarkt Impulse zu verleihen. Jüngst musste die Fed erstmals seit der Finanzkrise am Geldmarkt intervenieren, um Liquiditätsengpässe zu lindern.

Die Währungshüter hatten erst Ende Juli entschieden, den Abbau ihrer in den Jahren nach der Finanzkrise kräftig aufgeblähten Wertpapierbestände in der Bilanz im August vorzeitig abzubrechen. Zwischenzeitlich war das Portfolio der Notenbank auf rund 4,5 Billionen Dollar angewachsen. Mittlerweile wurde es auf rund 3,8 Billionen Dollar eingedampft.

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(reuters/gku)