Die Corona-Pandemie wirkt in vielen Bereichen als Beschleuniger von Veränderungsprozessen – folglich nimmt auch der technologische Wandel weiter an Fahrt auf. Eine wichtige Rolle spielen hierbei die «Tech-Enabler» der Schwellenländer.

Ross Teverson ist  Schwellenländer-Experte - «Head of Strategy, Emerging Markets» - bei der britischen Finanzgesellschaft Jupiter.

Dabei handelt es sich um Unternehmen, die viele der aktuellen technologischen Umwälzungen überhaupt erst möglich machen: Denn sie stellen unverzichtbare Komponenten oder Dienstleistungen für jene medienwirksame Unternehmen bereit, die in Bereichen wie der Datenwolke Cloud, der 5G-Mobilfunktechnologie, dem Internet der Dinge und Elektrofahrzeugen die Schlagzeilen dominieren und die Menschen faszinieren.

Die «Tech-Enabler» unterscheiden sich jedoch in einigen wichtigen Punkten von den «glamouröseren» Unternehmen, die alle kennen. Nicht zuletzt sind ihre Aktien zumeist niedriger bewertet.

Zulieferer sind breit aufgestellt

Doch darüber hinaus können sie als Zulieferer für ganze Teilsektoren der Industrie profitieren – unabhängig davon, welche ihrer Kunden sich letztendlich am Markt durchsetzen.

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Ein Beispiel dafür ist der Markt für Mobiltelefone: Hier herrscht zwar ein harter Wettbewerb, doch die Halbleiterhersteller können den gesamten Markt beliefern, unabhängig davon, welcher Anbieter derzeit Marktführer ist.

Die Automobilbranche ist ein weiteres Beispiel – schliesslich herrscht derzeit grosser Optimismus mit Blick auf das Potenzial von Elektrofahrzeugen. Dies widerspiegelt die diesjährige Kursentwicklung von Anbietern, die sich auf Elektrofahrzeuge spezialisiert haben.

Chancen im Markt für Elektrofahrzeuge

Morgan Stanley gab jüngst eine Prognose ab, laut der Elektrofahrzeuge bis 2030 eine Marktdurchdringung von 31 Prozent erreichen werden. Diese Einschätzung ist vermutlich eher zu konservativ. Der Preis eines Elektrofahrzeugs wird schon bald auf das Niveau eines vergleichbaren Verbrenners sinken.

Die Bedenken, die potenzielle Kunden derzeit noch wegen der Ladeproblematik hegen, werden sich erübrigen, sobald die Reichweite steigt, die Ladezeit abnimmt und die Ladenetze ausgebaut werden.

Die grosse Wette ist gar nicht nötig

Doch wer wird sich auf dem Markt für Elektrofahrzeuge durchsetzen – die traditionellen Automobilkonzerne oder die Newcomer, die sich allein auf diesen Markt spezialisieren?

Es ist mit einigen Risiken verbunden, hier eine Wette abzugeben. Aus Anlegersicht gibt es grössere Chancen bei den «Tech-Enablern», die den Markt für Elektrofahrzeuge bedienen.

Dies umfasst auch Unternehmen, die beispielsweise im Abbau von Rohstoffen für Batterien aktiv sind, selbst Batterien herstellen, Software für autonomes Fahren entwickeln oder Testausrüstung und -dienstleistungen bereitstellen.

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