BILANZ: Mr. Soros, mit Ihrer Kritik an der Bush-Regierung haben Sie sich zuletzt ausgesprochen exponiert. Sehen Sie es eigentlich als Ihre grösste Lebensleistung an, ohne Rücksicht auf parteiliche oder unternehmerische Zwänge Ihre Meinung äussern zu können?

George Soros: Das ist sicher die erfreulichste Nebenwirkung von Erfolg. Geld gibt Macht, aber auch gedankliche Freiheit. Tatsächlich geniesse ich Letztere mehr als Macht.

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Man muss entweder sehr arm oder sehr reich sein, um sich uneingeschränkte Meinungsfreiheit erlauben zu können.

(Lacht.) Da haben Sie wohl Recht! Es ist bemerkenswert, welchen Sachzwängen die meisten Menschen unterworfen sind. Vor ein paar Wochen sass ich mit einem amerikanischen Topmanager, einem finanzkräftigen Unterstützer der Demokratischen Partei, zusammen. In unserer Skepsis gegenüber der Bush-Administration waren wir uns absolut einig. Doch er fürchtete, dass sein Name in diesem Zusammenhang an die Öffentlichkeit gelangen könnte. Sein Konzern verfügt über einen profitablen Vertrag mit der Regierung, und diese Geschäftsbeziehung wollte er verständlicherweise nicht gefährden.

Es gehört in den Vereinigten Staaten nicht zu den Gepflogenheiten, dass Wirtschaftsspitzen öffentlich ihren Präsidenten kritisieren.

Nein, lieber spendet man vorsichtshalber an beide grossen Parteien, um auf der sicheren Seite zu sein.

Sie haben mit Ihrer Spende von zehn Millionen Dollar an das Komitee America Coming Together, das die Abwahl Bushs im kommenden Jahr bezweckt, deutlich Farbe bekannt.

Richtig, wobei auch ich vorsichtig sein muss. Es herrscht in vielen Teilen der Welt ja die Überzeugung, die Juden kontrollierten den Globus. Nun bin ich jüdischen Glaubens – und wenn ich jetzt eine so dezidierte politische Position vertrete, verstärke ich auf gewisse Weise dieses Vorurteil. Dass ich in Wahrheit gegen das Establishment gestellt bin, scheint nicht wirklich bis zu meinen Kritikern durchzudringen. Wenn Mahathir Mohamad (Anmerkung: Präsident Malaysias, der Soros die Schuld am Ausbrechen der asiatischen Währungskrise gab) vor einem globalen zionistischen Komplott warnt, frage ich mich natürlich schon, ob so viel öffentliche Resonanz wirklich gut ist.

Was war der entscheidende Anlass, der Sie derart gegen die Bush-Administration aufgebracht hat?

Ganz klar die Reaktion auf die Ereignisse des 11. September 2001. Bis dahin hatte man ja noch den Eindruck einer gewissen Kontinuität in der amerikanischen Aussenpolitik. Sicher, auch gegenüber der Clinton-Regierung hatte ich mich kritisch geäussert. Schon damals war – wenn auch vornehmlich auf Druck des republikanisch beherrschten Kongresses – ein erheblicher Widerstand gegen ein multilaterales Verständnis von Weltpolitik zu spüren.

Zur Person
George Soros


Ins Rampenlicht der Weltöffentlichkeit trat George Soros, als er 1992 als Hedge-Fund-Manager gegen das britische Pfund wettete, dieses in die Knie zwang und dabei ein Milliardenvermögen machte. Heute profiliert sich Soros vor allem als vermögender Menschenfreund und Philosoph. Diese «Karriere» begann der Vater von fünf Kindern aus zwei Ehen mit der Errichtung seiner ersten Stiftung 1979 in New York, des Open Society Fund. Die erste Stiftung in Europa wurde 1984 in Ungarn gegründet, wo der inzwischen amerikanische Staatsbürger Soros geboren worden war. Zu den Soros-Stiftungen zählen 29 nationale Einrichtungen – vor allem in Ländern, «wo der Kampf um die offene Gesellschaft jetzt ausgetragen werden muss» (im Januar erscheint sein neues Buch «The Bubble of American Supremacy»). Die Ausgaben der Foundation belaufen sich jährlich auf etwa 500 Millionen Dollar.


Soros ist Präsident der in New York ansässigen Soros Fund Management. Sie berät die Quantum Group of Funds, ein Zwölf-Milliarden-Dollar-Anlagevehikel. Der Private-Equity-Bereich verwaltet insgesamt über vier Milliarden Dollar. Als im April 2000 der Soros Quantum Fund enorme Verluste schrieb, schien dies das Ende des Superinvestors zu sein. Er zog sich zurück und gab das Management von Milliarden Kundenvermögen an externe Manager weiter.


Inzwischen ist der 72-Jährige wieder selbst am Ruder. Anfang dieses Jahres begann er, an externe Vermögensverwalter ausgelagertes Kapital zurückzuholen. Die Zeit der grossen Währungswetten, bei denen der weltberühmte Spekulant hohe Risiken einging, ist allerdings vorbei. Soros ist heute ein wichtiger Mitspieler unter den Investoren in Schwellenländern – zum Beispiel in Osteuropa – geworden. In aller Ruhe hat er zudem Milliarden in Immobilien angelegt. BILANZ traf die Investment-Legende in London – wenige Tage, bevor George Soros’ Stiftungsbüro in Moskau durch Polizeieinheiten gestürmt und geschlossen wurde.

Hatte die Bush-Administration überhaupt eine Agenda in der Aussenpolitik?

O ja! Bush und seine Leute traten sehr wohl mit präzisen Vorstellungen an. Denken Sie nur an die Pläne für die National Missile Defense, die Ablehnung des Kyoto-Protokolls oder den ständigen Affront gegen den Internationalen Gerichtshof in Den Haag. Das Problem war damals, dass die Bush-Regierung über kein klares Mandat verfügte …

… wenn überhaupt.

Es war ja erst der Supreme Court, der Bush mit einer Stimme Mehrheit ins Weisse Haus beförderte. Das andere grosse Handicap: Die Republikaner träumten von einer absoluten militärischen Dominanz, hatten aber keinen sichtbaren Feind, der steigende Militärausgaben rechtfertigte. Zunächst musste Nordkorea herhalten. Als Südkoreas Präsident Kim Dae Jung in Washington für seine «Sonnenscheinpolitik» warb, mit der er den Norden zur Aufgabe seines Atomwaffenprogramms bewegen wollte, wies ihn Bush brüsk ab – eine schallende Ohrfeige im Übrigen für Colin Powell.

Mit dem 11. September 2001 wurde dann alles anders?

Ja, in Washington feierte die Vision einer globalen amerikanischen «supremacy» fröhliche Urständ. Heute sind im Weissen Haus Ideologen am Werk, welche die Grundregel der offenen Gesellschaft missachten, dass niemand im Besitz der alleinigen Wahrheit sei. Ich habe meine tiefe Skepsis gegenüber dieser Haltung einen Tag vor Bushs Invasion des Irak erstmals öffentlich artikuliert.

Was waren die wirklichen Motive für die Invasion? In Europa herrschte das Gefühl vor, es gehe vor allem ums Öl. In den USA argumentierten die Demokraten, Bush wolle mit von einer fehlgeschlagenen Wirtschaftspolitik daheim ablenken.

Wir werden es niemals wirklich wissen, weil es nie öffentlich diskutiert wurde. Der Kampf gegen den Terrorismus und die Massenvernichtungswaffen waren vorgeschobene Argumente. Öl war sicher ein Faktor. Auch der schlichte Wille, militärische Überlegenheit zu zeigen. Oder, um es mit Rumsfeld zu sagen: «Iraq is doable» («Irak ist machbar»). An dieser Hybris wird diese Regierung scheitern.

Wirklich? Selbst der scharfe Bush-Kritiker Professor Paul Krugman von der Princeton University schien angesichts der anspringenden Wirtschaft zuletzt eher pessimistisch hinsichtlich eines Regierungswechsels im kommenden Jahr.

Das wundert mich, denn ich bin nach wie vor ausgesprochen optimistisch. Mich haben bestimmte Entwicklungen der letzten Zeit ermuntert. Nach 9/11 war es unmöglich, die Regierung zu kritisieren. Es gab keine Opposition in den Vereinigten Staaten. Jede Kritik galt als unpatriotisch. Bush hat diese Immunität mit der Invasion des Irak verloren. Die aufgestaute Kritik scheint sich jetzt in den Medien zu entladen – und beginnt bereits die öffentliche Meinung zu beeinflussen. Bushs Zustimmungsrate stand bei 90 Prozent, heute kommt er gerade noch auf 50 Prozent. Ich bin überzeugt davon, dass es weiter bergab geht. Bush ist schlagbar.

Somit hätte sich die USA dann doch wieder als Demokratie im besten Sinne präsentiert!

Langsam. Die Unterdrückung jeder Kritik war wirklich absolut undemokratisch. Das Prinzip «Wer nicht für uns ist, ist gegen uns» ist typisch für jede Diktatur und mir aus der Erfahrung von Nationalsozialismus und Kommunismus allzu vertraut. Heute scheint mir in Amerika alles dem politischen «spin» untergeordnet zu sein, die Wahrheit interessiert nur noch am Rande. Das bereitet mir grosse Sorge.

Und wenn Bush im kommenden Jahr wieder gewählt wird?

Dann hätte die amerikanische Öffentlichkeit die Bush-Doktrin einer globalen Überlegenheit der USA abgesegnet. Diese aber ist so unglaublich gefährlich, weil sie letztlich zu permanentem Krieg und eskalierender Gewalt führt. Der Krieg gegen den Terrorismus kann ultimativ nicht gewonnen werden – Terroristen sind unsichtbar und werden niemals völlig verschwinden.

Betrachten Sie die momentane Situation ausschliesslich aus Sicht eines politischen Menschen, oder ist da immer auch der Investor George Soros präsent?

Ich muss sehr vorsichtig sein als Investor, weil mich derzeit zu starke Gefühle treiben, die meine Urteilsfähigkeit beeinflussen könnten.

Aber Zeiten wie diese mit ihren geopolitischen Beben haben für Sie doch immer hochwillkommene Business-Opportunities markiert.

(Lacht.) Wir leben in grossartigen Zeiten für Makroinvestoren! Natürlich sind wir auch unternehmerisch aktiv – nicht ganz ohne Erfolg, wie ich nebenbei bemerken darf.

Wo zum Beispiel?

Nun, da ist natürlich der Dollar. Die derzeitige US-Regierung hat den Dollar bewusst heruntergeredet. Das Ganze trägt die Handschrift von Carl Rove, Bushs wichtigstem politischem Berater. Rove und Finanzminster John Snow ziehen alle Register, um die Wirtschaft wieder auf Trab zu bringen. Sie treiben den Aktienmarkt in der Hoffnung hoch, so Arbeitsplätze zu schaffen. Für mich ist das eher ein Zeichen der Verzweiflung. Die Abkehr von der jahrelang verfolgten Politik des starken Dollars ist leichtfertig. Dadurch werden lediglich die Handelspartner, vor allem Europa, geschwächt, und die USA können letztlich keinen Nutzen daraus ziehen. Ein gefährliches Spiel, das schnell ausser Kontrolle geraten kann.

Vom schwachen Dollar profitieren derzeit vor allem die Chinesen.

Ja, die schwache US-Währung macht Chinas Waren deutlich billiger als einheimische. Aus politischen Gründen muss die US-Regierung China zwar regelmässig mit Importbeschränkungen drohen, weil Teile der amerikanischen Industrie Taten erwarten. In Wahrheit ist die Regierung Bush aber viel abhängiger von der Hilfe Chinas, als man nach aussen hin vorgibt. Die Chinesen werden gebraucht – nicht nur als Vermittler in der Atomkrise zwischen Süd- und Nordkorea.

Als weltweite Wirtschaftslokomotive?

Sicher auch das. Für mich steht ausser Frage, dass China der grosse Nutzniesser der Globalisierung ist.

Wie lange kann sich Amerika Chinas Festhalten am fixen Wechselkurs leisten?

Eine plötzliche Öffnung der inländischen Finanzmärkte würde zu einem Kollaps führen, so wie es in Japan oder Malaysia passiert ist. Irgendwann wird China das unter den WTO-Statuten machen müssen – und das ist eine gewaltige Herausforderung für den dortigen Finanzdienstleistungssektor. Im Moment ist das Land aber dazu noch nicht in der Lage.

Kann China in Zukunft als Gegengewicht gegenüber der einzig verbliebenen Supermacht USA auftreten?

Im Augenblick noch nicht. Über die militärische Machtposition der Vereinigten Staaten gegenüber dem Rest der Welt gibt es derzeit keine Diskussion.

Hand aufs Herz: Reflektiert Ihr grosser Zorn gegen die Bush-Administration letztlich nicht doch Ihre Verbundenheit mit den politischen und gesellschaftlichen Grundwerten der USA? Bei aller Bewunderung für den Aufstieg Chinas – wir sind uns doch einig, dass wir nicht unbedingt in einer Gesellschaft leben wollen, die sich am chinesischen Modell orientiert!

Ich warne davor, das alte Schreckgespenst von der «gelben Gefahr» wieder hervorzukramen, wie es insbesondere in der europäischen Geschichte immer wieder auftauchte. Ich traue der chinesischen Regierung durchaus Reformfähigkeit zu. Nicht nur im wirtschaftlichen Bereich, sondern auch auf politischer und gesellschaftlicher Ebene. Die nachwachsende Generation in China ist meiner Erfahrung nach durchweg interessiert an dem Konzept einer Open Society.

Sie haben 1997 unter dem Eindruck der Asien-Krise den unmittelbar bevorstehenden Zusammenbruch der globalen Finanzmärkte und das Ende der Globalisierung prophezeit. Zu pessimistisch, wenn Sie heute zurückschauen?

Sicher, wobei die Instabilitäten auch heute noch virulent sind. In gewisser Weise stehen wir heute dem Ende der Globalisierung näher als noch vor sechs Jahren. Das Scheitern der Cancún-Verhandlungen etwa war ein ganz gravierendes Ereignis. Wenn die multilaterale Ordnung der Weltmärkte jetzt wieder zu Gunsten von bilateralen Handelsabkommen zurückgeschraubt werden soll, würde das ein Ende des Globalisierungsprozesses bedeuten, wie wir ihn noch vor sechs Jahren verstanden haben.

Weil die WTO dann nicht mehr in der Lage wäre, Kontrolle auszuüben?

Ich war immer ein Anhänger der Welthandelsorganisation, sie ist das am weitesten entwickelte internationale Gremium. Tatsächlich ist die WTO von vielen Ländern missbraucht worden, um eigene Interessen durchzusetzen. Besonders die Europäische Union hat in Cancún eine ganz armselige Rolle gespielt.

Statt in einem gewaltigen Crash der Finanzmärkte droht die Globalisierung diesmal also an kleinkarierten Beihilfen für europäische Landwirte zu scheitern?

Wenn Sie so wollen. Die Gefahr eines Kollapses der globalen Finanzsysteme sehe ich heute tatsächlich nicht mehr. Gleichwohl haben gewisse Vorgänge auf dem Währungsmarkt das Potenzial, sich in etwas Ernsteres zu verwandeln. Deshalb spielt die Regierung Bush mit dem Feuer, wenn sie den Dollar herunterredet.

Halten Sie derzeit eine Leerposition gegenüber dem Dollar?

Im Mai haben wir tatsächlich damit begonnen, Dollars gegen Euros sowie die Währungen Kanadas, Australiens und Neuseelands zu verkaufen. Aber um etwas klarzustellen: Ich würde meine finanzielle Position als Investor niemals für politische Ziele einsetzen, etwa um die Bush-Regierung zu schädigen. Das ist nicht die Art und Weise, wie man einen Hedge-Fund managt.

Es hat viele überrascht, als Sie sich vor einiger Zeit mit Ihrer Stiftung aus Russland zurückgezogen haben. Was waren die Gründe?

Ich kam 1987 in die Sowjetunion und half unabhängigen Initiativen auf die Beine. Michail Gorbatschow hatte damals gerade Andrei Sacharow aus der Verbannung nach Moskau zurückgeholt. Für mich war dies ein Zeichen zum Aufbruch. Rund eine Milliarde Dollar hat das Open Society Institute seither in der Sowjetunion und dann in Russland investiert. In den schweren Jahren des wirtschaftlichen Umbruchs erhielt zum Beispiel fast die Hälfte aller Wissenschaftler Überbrückungsgelder der International Science Foundation. Wir haben die Entwicklung des Internets finanziert, versorgten Bibliotheken mit westlicher Literatur, unterstützten unabhängige Medien, bauten die Rechtsberatung aus und förderten Fraueninitiativen. Ich tat dies, weil der Staat praktisch zusammengebrochen war und diese Aufgaben nicht übernehmen konnte. Jetzt ist Russland in eine stabilere Phase eingetreten, in der es für mich keinen Sinn mehr macht, den russischen Staat finanziell zu unterstützen.

Einer Ihrer Nachfolger bei der Finanzierung einer politischen Opposition sitzt heute im Gefängnis.

Die Verhaftung von Michail Chodorkowski beunruhigt mich zutiefst.

Kennen Sie ihn persönlich?

Ja, ich habe ihn ein paar Mal getroffen. Seine Organisation Open Russia ist ja nach dem Vorbild unserer Foundation gestaltet. Ich habe Chodorkowski immer für den aufgeklärtesten der Oligarchen gehalten. Dass nun eine offensichtlich politisch motivierte Kampagne gegen ihn läuft, wirft ein sehr schlechtes Licht auf den Kreml und auf Wladimir Putin. Natürlich sind bei der Privatisierung Anfang der Neunzigerjahre schwere Fehler gemacht worden. Aber die Entwicklung kann jetzt nicht mehr rückgängig gemacht werden.

Glauben Sie, dass sich der russische Raubtierkapitalismus langsam in eine legitimere Form einer offenen Marktwirtschaft verwandeln könnte?

Ja. Und Chodorkowski war einer derjenigen, den ich immer an vorderster Front dieser Entwicklung sah. Er hat sein Unternehmen wie ein westlicher Manager geführt. Jetzt sieht sich das ganze russische Unternehmertum der Gefahr der Verstaatlichung gegenüber. Dann wäre es für die Oligarchen tatsächlich besser, ihr Geld ins Ausland zu expedieren. Und statt einer offenen Gesellschaft könnte sich in den Nachfolgestaaten der Sowjetunion Chaos breit machen.

Im April 2000 musste ihr Quantum Fund schwere Verluste hinnehmen.

Wir hatten eine «near death experience», sind inzwischen aber wieder auferstanden.

Ist der Eindruck richtig, dass Sie ins Tagesgeschäft involviert sind wie lange nicht?

Nein, das täuscht. Ich habe zwar die Vermögensverwaltung neu aufgestellt und erfahrene Manager an Bord geholt. Heute führen mit Robert Bishop und Mark Schwartz zwei absolute Profis das Geschäft.

Juckt es Sie nicht doch in den Fingern, wenn Sie morgens in die Zeitung schauen?

(Lacht.) Nein, denn ich bin momentan zu weit weg. Ich beobachte bestimmte Bewegungen in den Märkten, aber die Gründe dafür entdecke ich erst später.

Aber Sie stehen doch sicher im täglichen Kontakt mit Ihren Managern?

Natürlich, wir befinden uns ja sozusagen noch in der konstituierenden Phase. Aber die Führung der Soros Fund Management ist so angelegt, dass es wenig Raum für mich gibt – das Ganze soll mich ja auch irgendwann überleben.