1764 Dollar je Feinunze: Mit diesem Preis – erreicht in der Nacht – ist Gold jetzt so teuer wie seit Oktober 2012 nicht mehr. Im frühen europäischen Handel stieg der Kilopreis in Franken vorübergehend über die Grenze 55'000 – er gelangte damit sogar auf den höchsten Stand aller Zeiten.

Woher der Sprung? IG-Analyst Kyle Rodda verweist auf die jüngsten US-Daten: «Am Markt wird eingepreist, dass die wirtschaftliche Erholung etwas schleppender verläuft als zuvor angenommen, und das erfordert wahrscheinlich ein Umfeld mit niedrigen Zinsen.»

In der Nacht hatte die US-Notenbank Fed einige Warnungen geäussert: Aktien und andere Anlagen könnten weiterhin Rückschläge erleiden. Notenbankchef Jerome Powell hatte in einem CBS-Interview ebenfalls eher für trübe Stimmung gesorgt: Man müsse damit rechnen, dass sich die Wirtschaft der Vereinigten Staaten auch bis Ende 2021 noch nicht vollständig erholt habe.

Goldpreis Franken

Entwicklung des Goldpreises in Franken, Mai 2010 bis Mai 2020.

Quelle: Gold.de
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Als Treiber der Goldpreis-Anstiegs gilt denn auch die Erwartung, dass nun sogar die amerikanische Notenbank zu Minuszinsen greifen könnte. Der Unzenpreis in Dollar liegt nun knapp 16 Prozent, der Frankenpreis gut 14 Prozent über dem Stand Anfang Jahr. 

Derweil klettert auch der Ölpreis wieder nach oben, er gelangt auf den höchsten Stand seit einem Monat. Ein Barrel (159 Liter) leichtes US-Öl kostet mit 30,7 Dollar 4,3 Prozent mehr, Nordseeöl der Sorte Brent verteuert sich um 3,1 Prozent auf 33,5 Dollar je Barrel.

Die Rücknahme einiger Mobilitätseinschränkungen im Kampf gegen das Coronavirus treibt die Nachfrage nach oben. Das dürfte die Preise weiter stützen, sagt Stephen Innes, Marktstratege beim Brokerhaus AxiTrader.

(reuters/gku/Bloomberg/rap)