Konfrontiert mit Unsicherheit ist die Versuchung gross, die Hände in den Schoss zu legen. Das ist an sich keine schlechte Strategie.

In der Welt des Fussballs etwa haben Torhüter, die bei einem Strafstoss einfach in der Mitte des Tores stehen blieben, mehr Elfmeter gehalten als jene, die sich zu der einen oder anderen Seite warfen.

Aber auch Torhüter fühlen sich besser (und möglicherweise verzeihen ihnen die Fans eher), wenn sie den Anschein erwecken, dass sie etwas tun – selbst wenn das Ergebnis zu wünschen übrig lässt.

Für Sparer und Anleger bedeutet Nichtstun, Barmittel zu halten. Auch das ist nicht unbedingt eine schlechte Strategie. So lautet die erste Regel in der Vermögensanlage, ausreichend Bares in der Hinterhand zu haben, um bei Bedarf darauf zurückgreifen zu können.

Nichtstun kann auch gut sein

Der Cash-Position kommt also eine wichtige Rolle zu. Ist sie jedoch zu hoch, kann das im aktuellen Umfeld eher von Schaden als von Nutzen sein. Für die meisten Anleger ist es derzeit schwer, mit Geldmarktanlagen inflationsbereinigt eine positive Rendite zu erwirtschaften.

Anzeige

Tatsächlich frisst die Inflation einen Teil ihres Vermögens auf. Grössere und finanzstärkere Anleger in Europa haben zurzeit kaum Aussicht auf Renditen aus ultrakurzen Anlagen, denn die Währungshüter drücken die Zinsen immer weiter nach unten.

Neuerdings gelten in der Schweiz bei einigen Instituten sogar Minuszinsen für die Einlagen vermögender Privatanleger und nicht nur für institutionelle Kunden. Nichtstun heisst in ihrem Fall, dem Vermögen dabei zuzusehen, wie es real, aber auch nominal immer weniger wird.

Niedrigzinsen Niedrigrenditen Grafik Leitzinsen

Quelle: Refinitiv, Basiszinssatz der Bank of England Bank sowie Einlagenzinssatz der EZB; Bloomberg, Yield-to-Worst im ICE BofAML 3 month Sterling Government Bill Index und im Bloomberg Barclays Euro Treasury Bill 0-3 month Index. Renditen können schwanken und werden nicht garantiert.

Quelle: ZVG

Gute Gründe für eine konservative Kapitalallokation

Für Anleger gibt es viele gute Gründe für eine konservative Kapitalallokation. Der Handelskrieg zwischen den USA und China hat den eher ungünstigen Ausblick für das globale Wirtschaftswachstum weiter getrübt.

Darüber hinaus treiben geopolitische Risiken wie die Spannungen im Nahen Osten und der Brexit Anleger um. Die Aktienmärkte aber nähern sich ihren Allzeithochs.

Damit ist eine Korrektur eine reale Gefahr. Aber wo anlegen, wenn die vermeintlich sicheren Staatsanleihen Niedrig- oder sogar Minusrenditen abwerfen und die Zinsen auf Geldmarktinstrumente derart niedrig sind?

Fokus auf absolute Renditen

Es gibt einen Mittelweg, über den Anleger mehr aus ihren defensiven Anlagen herausholen können. Helfen kann bei einem festverzinslichen Portfolio ein auf absolute Renditen abzielender Ansatz.

Anzeige

Dieser eröffnet Anlagechancen, deren Renditen über denen kurzfristiger Geldmarktinstrumente liegen, ohne dabei ein übermässiges Risiko eingehen zu müssen.

Der Schutz des Kapitals steht bei diesen Anlagevehikeln im Mittelpunkt. Es wird genau geprüft, wie viel unter der Prämisse des Kapitalerhalts investiert werden kann und mit welchem Risiko.

Aktiv verwaltete, festverzinsliche Wertpapiere

Anschliessend können dank der flexiblen Strategie die Titel mit der besten risikobereinigten Rendite weltweit ausgewählt und das Portfolio – meist unter Einsatz von Derivaten – optimiert werden, um Risiken zu mindern oder die Rendite zu steigern.

Das Portfolio besteht aus einem Kern aktiv verwalteter, festverzinslicher Wertpapiere. Ergänzt wird dieser durch sorgfältig ausgewählte Handelsideen, mit denen eine strukturelle Mehrrendite (Alpha) angestrebt wird.

Anzeige

Die Anlagestrategie kann zwar unbeschränkt im gesamten Anleiheuniversum anlegen, dabei gelten für die Manager aber selbst auferlegte Beschränkungen.

So streben sie eine Volatilität von unter 1,5 Prozent p.a. und eine Duration von typischerweise zwischen minus zwei und plus zwei Jahren an, um kein zu hohes Zinsrisiko einzugehen.

High Yield Anleihen sowie Schwellenländeranleihen dürfen höchstens 15 Prozent des Portfolios ausmachen, in der Praxis sind es selten mehr als 5 Prozent. Das Gros des Fondsvermögens ist in Investment-Grade-Anleihen mit kürzerer Laufzeit angelegt.

Derivate sollen das Risiko mindern

Zudem werden nahezu alle auf Fremdwährung lautenden Anleihen im Portfolio in dessen Basiswährung abgesichert. Derivate, sofern sie zum Einsatz kommen, haben in der Regel die Aufgabe, das Risiko zu mindern.

Anzeige

Zins-Futures etwa dienen der Durationssteuerung, mit Kreditausfallversicherungen soll das Kreditrisiko kontrolliert werden. Massgeblich sind Prognosen für Zeiträume unter einem Jahr, denn kurzfristige Risiken haben grösseren Einfluss auf die Volatilität.

Letztendlich sollen die Anleger eine gleichbleibende, wenig schwankende Rendite erhalten.

Der Kapitalerhalt ist nicht garantiert. Die Bestände eines Fonds verändern sich im Zeitverlauf.

*Dieser Text ist ein Gastbeitrag von Nick Maroutsos, Co-Head of Global Bonds, Janus Henderson Investors.