Er nehme bewusst Risiken, sagt Peter Früh, Geschäftsführer von Früh & Partner. Die Vermögensverwaltung ist eine Tochtergesellschaft der börsenkotierten VZ Holding. Früh betreut unter anderem mehrere Kunden, die in der Liste der 300 Reichsten im Wirtschaftsmagazin «Bilanz» aufgeführt werden. «Risiko beim Anlegen ist eine Frage des Zeithorizonts», sagt er.

Weil er sein Geld sehr langfristig investiere, resultiere unter dem Strich wenig Verlustrisiko, höchstens das Risiko von zwischenzeitlichen Tiefs. «Bei den tiefen Zinsen kaufe ich kaum Obligationen. Ich investiere hauptsächlich in Realwerte wie Aktien, Immobilien und Gold.»

70 Prozent in ETF und Indexfonds

Sein persönliches Anlagevermögen hat er zu 70 Prozent in kostengünstige, breit diversifizierte ETF und Indexfonds investiert. «Ich fokussiere lieber auf Regionen und Länder als auf Branchen.» Er habe einen Home Bias, also anteilsmässig relativ viel in die Schweiz investiert.

Bei den Länder- und Regionenfonds nimmt er gerne solche mit einem Fokus auf einen der folgenden drei Faktoren: kleinere und mittelgrosse Firmen, hohe Dividendenrenditen und Momentum. Bei Letzterem handelt es sich um eine Strategie, bei der in Aktien mit gutem Kursverlauf (vom letzten Jahr, vom letzten Halbjahr und so weiter) investiert wird, weil sie häufig Gewinner bleiben.

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Schlechte Erfahrungen mit Investitionen auf News

Kurzfristig auf Neuigkeiten investiere er kaum mehr. «In jüngeren Jahren habe ich damit meist schlechte Erfahrungen gesammelt.» Er investiert aber auch in Einzelaktien: «Maximal zehn verschiedene Titel.» Bei der Auswahl der Titel achtet er darauf, dass es mindestens drei starke, unternehmerische Argumente für den Kauf gibt. Zudem selektiert er Aktien anhand einer Formel aus dem Buch «The Intelligent Investor» von Benjamin Graham (auch auf Deutsch erschienen unter dem Titel «Intelligent investieren»).

Die Formel daraus: Unternehmenswert = Reingewinn × (8,5 + 2 × langfristige Wachstumsrate des Umsatzes).

Wenn der Börsenwert deutlich unter dem Unternehmenswert liegt, ist das ein Kaufsignal. «Gemäss Value-Ansatz investiere ich in gute Firmen, die unterbewertet sind.» Erst kürzlich hat er Swatch und ABB gekauft. Seit vielen Jahren ist er in Geberit investiert. Nimmt er einen Titel ins Depot, hält er ihn fünf bis zehn Jahre. Er handelt sehr wenig an der Börse, ausser es geht um Rebalancing. Dabei verkauft er einmal pro Jahr, was gut gelaufen ist, und kauft nach, was schlecht gelaufen ist. Wenn er ursprünglich 100'000 Franken in einen Titel investiert hat und dieser sich verdoppelte, dann verkauft er Titel im Wert von 100'000 Franken, damit er wieder bei der ursprünglichen Investitionssumme ist. Damit erreiche er ein automatisiertes «buy low, sell high».

Die besten Tipps von Peter Früh

  1. Geberit: Bereits seit vielen Jahren hat Peter Früh in Aktien der Sanitärfirma Geberit investiert.
  2. «The Intelligent Investor»: Aus dem Buch von Benjamin Graham hat er die Formel für Aktienanlagen. Er liest immer wieder mal darin.
  3. ABB: Seit kurzem besitzt er Aktien von ABB. Normalerweise bleibt ein Titel fünf bis zehn Jahre in seinem Depot.
  4. Swatch: Auch Aktien des Uhrenkonzerns Swatch sind seit kurzem in seinem Depot. Er findet, die Firma sei derzeit unterbewertet.

Bankaktien: «Kaufe ich nicht.»

Angesprochen auf Bankaktien sagt er: «Kaufe ich nicht.» Die Bankmanager seien noch immer viel zu sehr auf ihren eigenen Bonus fokussiert. Auch bei Kryptowährungen sei er nicht dabei. «Da höre ich keine Musik, sondern nur ein lautes Rauschen. Die Regulatoren und Währungshüter werden den Durchbruch von Bitcon und Co. nicht zulassen.» Skeptisch ist er auch bei Versicherungen. «Ich trage die meisten Versicherungsrisiken selber.» Der Vater von zwei Kindern hat keine Lebensversicherung, keine Autokasko (sondern nur das gesetzliche Minimum) und keinen Zusatz bei der Krankenversicherung.

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Er hat keine Versicherung, aber Gold im Depot, so 5 bis 10 Prozent seien es, investiert in Gold-ETF. Zudem hat er Immobilien. «Nur an bester Lage, etwa in Küsnacht am Zürichsee.» Nicht zuletzt investiert er auch direkt in Start-ups. «Meist zusammen mit Kunden, Freunden oder Studienkollegen.»