Ein grundsätzliches Ziel aller, die in die 3. Säule einzahlen, ist der Abzug vom steuerbaren Einkommen. Der in der Steuererklärung jährlich anrechenbare Maximalbeitrag für Angestellte beträgt 6883 Franken, bei Selbstständigerwerbenden liegt dieser bei 34'128 Franken. Wer daher bis Ende Jahr die entsprechenden Einzahlungen vornimmt, kann je nach Einkommen und Wohnort das zukünftige Budget deutlich optimieren. Allerdings ist der 31. Dezember ein Samstag, und der 30. Dezember der letzte Arbeitstag des Jahres. Um sicherzugehen, dass die Überweisung noch ankommt, sollten Einzahlungen spätestens am 29. Dezember vorgenommen werden.

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Doch beim Alterssparen mit der Säule 3a geht es um mehr als nur um Steuern: Das verfügbare Alterskapital soll auch dank des Zinseszins-Effekts anwachsen. Zinsen oder Erträge werden nicht ausgeschüttet, sondern dem Sparbetrag hinzugefügt. Dadurch werden Jahr für Jahr höhere Erträge erreicht und das angelegte Kapital wächst exponentiell. Bei einer Rendite von 2 Prozent verdoppelt sich der investierte Betrag innerhalb von 36 Jahren.

Das Problem ist nur, dass man auf den traditionellen 3a-Vorsorgekontos seit Jahren kaum Zins erhält. Dies betraf 2021 laut dem Verein Vorsorge Schweiz knapp zwei Drittel der 3a-Vermögen. Die Berner Kantonalbank und die Cornèr Banka sind mit einem Zins von 0,5 Prozent aktuell am grosszügigsten. Doch die Mehrheit der Anbieter bietet trotz der steigenden Schweizer Leitzinsen - aktuell 0,5 Prozent - nur einen Zins von 0,0 bis 0,25 Prozent an.

3a-Fonds mit Wertschriften rentieren langfristig meistens besser

Selbst mit einem Zins von 0,5 Prozent verlieren Schweizerinnen und Schweizer mit 3a-Vorsorgekonten real Geld, da die Inflation derzeit bei gut 3 Prozent liegt. Doch es gibt eine Alternative: In der Vergangenheit rentierte eine 3a-Lösung mit Wertschriften langfristig meistens viel besser. Ein Hauptgrund, warum seit Jahren immer mehr Leute, insbesondere Junge, ihr Guthaben anstatt auf dem Säule-3a-Konto in 3a-Fonds mit Wertschriften anlegen.

Angesichts des schlechten Börsenjahrs 2022 fragen sich aber viele, ob das Sparen mit Wertschriften weiterhin der richtige Weg sei. Laut der Vergleichsplattform Moneyland.ch büssten Säule-3a-Fonds innerhalb von zwölf Monaten (Ende September 2021 bis Ende September 2022) wegen massiven Kursverlusten bei Aktien als auch Anleihen im Durchschnitt knapp 14 Prozent ein. Nur Fonds, die stärker in Anlageklassen wie Immobilien oder den Geldmarkt investieren, büssten weniger ein.

2023 dürfte für Aktien und Obligationen ein besseres Jahr werden

Man sollte sich aber nicht durch Börsenkrisen aus der Ruhe bringen lassen. Eine Anlage des 3a-Vermögens in Wertschriften macht nur auf Sicht von mehr als zehn Jahren Sinn. Wer zudem bei fallenden Märkten weiter gemäss eines Sparplans investiert, macht sich den Cost-Average-Effekt zunutze. Über einen längeren Zeitraum betrachtet, bezahlt man so einen günstigen Durchschnittspreis für die Anteile.

Zudem dürfte 2023 für Aktien und Obligationen ein besseres Jahr werden, da sich die Leitzinserhöhungen dem Ende nähern und die konjunkturellen Gegenwinde zunehmend an den Märkten eingepreist sind. Die Börsen-Geschichte hat wiederholt gezeigt, dass gerade die grössten Kursgewinne bei Aktien kurz nach der Erreichung der Talsohle anfallen. Wer diesen Zeitpunkt von der Seitenlinie mitverfolgt, mindert seine langfristige Rendite erheblich.

Gebühren als wahre Renditefresser

Beim langfristigen Alterssparen mit Säule-3a-Fonds sind so oder so nicht Börsenturbulenzen, sondern die Gebühren der wahre Renditefresser. Wer jährlich den aktuellen Maximalbetrag von 6883 Franken in einen Fonds mit mittlerem Risikoprofil (25 bis 45 Prozent Aktien) einzahlt, muss laut Daten von Moneyland über den Zeitraum von zehn Jahren im besten Fall mit Gesamtkosten von 1855 Franken rechnen. Im schlechtesten Fall sind es mit 6446 Franken mehr als das Dreifache.

In der untenstehenden Tabelle sind die günstigsten Säule-3a-Fonds gelistet. Pro Anbieter wurde nur der günstigste Fonds berücksichtigt. Die Kosten, Gesamtkostenquote und Pauschalgebühren, beziehen sich auf ein Szenario, wenn über den Zeitraum von zehn Jahren jährlich 6883 Franken eingezahlt werden.

Die zwei günstigsten Vorsorgefonds stammen in der obenstehenden Tabelle von kleineren Anbietern. Von den Schwergewichten unter den Anbietern in der Schweiz schaffen es einzig ZKB und die Migros Bank auf die Liste. Raiffeisen und UBS wurden in die Auswertung nicht aufgenommen. Das gleiche gilt für die zuletzt wegen hoher Gebühren in die Schlagzeilen geratene Postfinance. Viac, ebenfalls bei den Grossen der Branche, wurde hingegen in der Zusammenstellung von Moneyland nicht berücksichtigt.

Sehr günstig bei den Gebühren und immer beliebter sind insbesondere diejenigen Anbieter, bei denen das Verwalten hauptsächlich über eine App geschieht. Vorsorge-Apps investieren vor allem in Aktien und einige weitere Anlageklassen - häufig indirekt via ETF (Exchange Traded Funds). Das Anpassen der Aktienquote ist oftmals mit wenigen Handbewegungen möglich.

Obwohl aktiv von vielen Bankberatern gemanagte Fonds wegen ihrer überdurchschnittlichen Rendite empfohlen werden, sind passive Indexfonds insbesondere wegen der oft tieferen Gebühren die erste Wahl. Auch haben Erhebungen wiederholt gezeigt, dass passive Fonds längerfristige ihre aktiven Pendants bei der Rendite abhängen.

Bei den «offensiven» Fonds mit einem Aktienanteil von über 50 Prozent zeigt sich dies für das Jahr 2021 exemplarisch: In diesem Börsenjahr erzielten passive Fonds mit bis zu 26 Prozent die höchsten Renditen. Bei der Fondsauswahl sollten Anlegerinnen und Anleger aber trotzdem vor allem auf die prognostizierbaren Kosten, nicht auf die vergangene Performance achten.

Aber nicht nur die Gebühren, auch das gewählte Risikoprofil ist für die langfristige Rendite entscheidend: Studien zeigen, dass langfristig Fonds mit hohem Aktienanteil in der Regel besser abschneiden, aber kurzfristig das Verlustrisiko deutlich höher ist. Es gilt: Je länger der Anlagehorizont folglich ist, desto höher darf der Aktienanteil ausfallen. Wem Kursturbulenzen den Schlaf rauben, hält den Aktienanteil jedoch zum Vorteil der eigenen Gesundheit besser tief.

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