Auf Ende 2020 hat der Schweizerische Versicherungsverband (SVV) seine Erhebung zum Personal in der schweizerischen Privatassekuranz durchgeführt. Dazu wurden sämtliche von der Finma konzessionierten Gesellschaften (ausser Rückversicherungs-Captives) eingeladen.

Das Ergebnis ist eine ziemlich umfassende Übersicht über die Arbeitsverhältnisse in der Branche, denn bei der diesjährigen Erhebung sind die Beschäftigten von insgesamt 102 von der Finma konzessionierten Gesellschaften und Konzernen oder von Rückversicherungseinheiten ausländischer Unternehmen in der Schweiz erfasst.

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Das sind die wichtigsten Ergebnisse:

  • Die Anzahl Mitarbeitende in der Privatassekuranz in der Schweiz war von 2011 bis 2016 tendenziell leicht rückläufig. 2017 ist sie kurzfristig um 1,4 Prozent gestiegen, um anschliessend wieder zu sinken. 2020 beschäftigte die Branche 47’015 Mitarbeitende, was ein Anstieg von 2,3 Prozent im Vergleich zum Vorjahr bedeutet.
  • Der Frauenanteil an der gesamten Zahl der Mitarbeitenden in der Schweiz ist in den letzten 20 Jahren von 37 Prozent auf knapp 44 Prozent angestiegen. Mit 43,8 Prozent wurde der Höchststand von 2018 fast egalisiert. Eine neue Höchstquote hat der Frauenanteil bei den  Direktionsmitgliedern mit rund 22 Prozent erreicht, mit einem Anstieg um 1,7 Prozent. In den Kaderfunktionen hat der Frauenanteil gegenüber dem Vorjahr um 0,6 Prozent zugenommen und liegt bei rund einem Drittel. In der gesamten Zahl aller Mitarbeitenden und in allen Funktionen sind Frauen im Durchschnitt etwas jünger als Männer.
  • Knapp ein Viertel aller Mitarbeitenden in der Schweiz arbeitet in einem Teilzeitpensum. Die Tendenz der letzten zehn Jahre zeigt eine leichte Steigerung der Teilzeitpensa. Hinsichtlich der Geschlechterverteilung bei den Mitarbeitenden in Teilzeit ist der Männeranteil seit 2010 bis 2020 um 5,6 Prozent gestiegen. Nach dem Höchststand 2019 ist der Anteil Männer unter den Teilzeitmitarbeitenden jedoch wieder leicht rückläufig (-0,9 Prozent). Insgesamt arbeiten Frauen indes weiterhin viel häufiger in Teilzeitpensa (41 Prozent der Frauen gegenüber 10 Prozent der Männer).
  • Die Anzahl der Auszubildenden ist 2020 weiter auf 2125 Männer und Frauen gestiegen. Die  Auszubildenden bilden seit Jahren einen konstanten Anteil von fast 4 Prozent an der Gesamtzahl der Mitarbeitenden in der Branche. 2020 wurden zum zweiten Mal detaillierte Daten zu den Arten der Ausbildungen (insbesondere EFZ-Lehrgänge) erhoben. Die Ausbildung zum Kaufmann/Kauffrau EFZ ist dabei die Spitzenreiterin. Gut zwei Drittel der Gesamtzahl an Lernenden wird in diesem Berufsbild ausgebildet.
  • Bei der Aufteilung der Beschäftigung nach Bereichen ist 2020 die Anzahl Mitarbeitende im Aussendienst um 2,4 Prozent gestiegen. Dies ist ein gemässigter Anstieg nach der markanten Veränderung des Vorjahrs von +8,7 Prozent. Die Anzahl Kundenberatende ist teilweise durch Umstrukturierungen in der Organisation mit Verschiebungen von kundennahen Aufgaben zwischen dem Aussen- und dem Innendienst und Übernahmen beeinflusst. Die Erhebung der Mitarbeitenden im Aussendienst ist zudem aufgrund der Selbständigkeit vieler Agenturen schwierig. Identisch zum Vorjahr sind rund 55 Prozent aller Mitarbeitenden im Innendienst tätig, 32 Prozent im Aussendienst. Rund 9 Prozent Mitarbeitende nehmen IT-Aufgaben wahr.
  • Die Aufteilung der Mitarbeitenden nach ihrer Nationalität zeigt folgendes Bild: 2020 arbeiteten rund 7870 Mitarbeitende oder 16,7 Prozent mit ausländischer Nationalität in der Schweizer Privatassekuranz. Ihr Anteil ist gegenüber dem Vorjahr um 0,8 Prozent gesunken. Rund 94 Prozent der ausländischen Mitarbeitenden stammen aus dem EU/EFTA Raum. Dabei macht Deutschland mit mehr als 33 Prozent an der Gesamtzahl der ausländischen Nationalitäten den grössten Teil aus.

(hzi/gku)