Das Schweizer Stimmvolk hat sich gegen die Gesundheitsinitiativen ausgesprochen. Wie beurteilen Sie die Abstimmungsergebnisse?

Curafutura nimmt die Abstimmungsergebnisse zur Kenntnis. Wir freuen uns, dass die Mehrheit der Schweizerinnen und Schweizer zum gleichen Schluss gekommen ist wie wir und die beiden Initiativen abgelehnt hat. Die vorgeschlagenen Mittel waren kontraproduktiv und hätten negative Folgen für die Patienten und für die Prämienzahler gehabt. Die Kostenbremse-Initiative hätte direkt zu noch mehr Bürokratie geführt, ohne konkrete Massnahmen zur Kostendämpfung. Ausserdem hätte sie die qualitativ hochstehende und innovative Gesundheitsversorgung gefährdet. Die Prämien-Entlastungs-Initiative war reine Symptombekämpfung. Die Erhöhung der Prämienverbilligung hätte keinerlei kostensenkende Wirkung gehabt. Im Gegenteil: Sie hätte das Kostenbewusstsein geschwächt und damit wären die Chancen für dringende, echte Reformen gesunken.

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Pius Zängerle ist seit 2015 Direktor des Krankenkassenverbands Curafutura, dem die CSS, Helsana, Sanitas und KPT (bis Ende 2024) angehören.  

Dessen ungeachtet kennen die Gesundheitskosten nur eine Richtung: nach oben. Wie würde Ihr Patentrezept aussehen?

Auf dem Tisch liegen Reformen, die bereit sind, in Kraft zu treten, und die erhebliche Einsparungen ermöglichen würden. Mit dem Tardoc können mindestens 600 Millionen Franken jährlich wiederkehrend eingespart werden. Zweitens ermöglicht die einheitliche Finanzierung Einsparungen von mindestens 1 Milliarde Franken pro Jahr. Drittens sind Massnahmen im Bereich der Medikamente vielversprechend. Mengenrabatte für umsatzstarke Medikamente würden Einsparungen von 400 Millionen Franken pro Jahr bringen.

health 24 summit

 HZ Insurance Health 24 Summit: Am 4. Juli im Widder Hotel in Zürich.

Quelle: HZ Insurance
HZ Insurance Health 24 Summit

Gesundheit ist bekanntlich das höchste Gut. Das lassen wir uns aber auch einiges kosten, was viele Herausforderungen für die Marktplayer mit sich bringt. 

Welche das sind, erfahren Sie hautnah und topaktuell am neuen C-Level Event für den Gesundheitssektor: Der HZ Insurance Health 24 Summit checkt am 4. Juli im Widder Hotel in Zürich unter dem Motto «Fit für die Zukunft. Das Gesundheitssystem der Schweiz im Wandel» den Puls der Branche. Hochkarätige Gäste und Expertinnen und Experten drehen das Scheinwerferlicht auf die drängendsten Themen. Welche Lösungswege gibt es, wo besteht Optimierungspotenzial? Und was haben die Patienten davon? Sichern Sie sich ein Ticket und diskutieren Sie mit! 

Hier geht’s zum Programm und zur Anmeldung. Wir freuen uns auf Sie.

Zum Teil liegen Verbesserungsvorschläge bereits seit Jahren auf dem Tisch, der ambulante Arzttarif Tardoc ist ein gutes Beispiel. Kämpfen Sie da als Verband gegen Windmühlen?

Sicherlich kann man die Langsamkeit der Entscheidungen beklagen. Aber der Kampf lohnt sich hoffentlich, denn es geht um Reformen, die eine echte Verbesserung des Gesundheitssystems ermöglichen. Sie kommen den Patienten, aber auch den Prämienzahlern zugute, da sie die Qualität steigern und Einsparungen ermöglichen. Und wir stehen kurz vor dem Abschluss. Der Bundesrat muss bis Ende Juni über die Revision des Ärztetarifs entscheiden. Und das Volk wird voraussichtlich im November dieses Jahres über die einheitliche Finanzierung abstimmen.

Welche strategischen Schwerpunkte hat sich Curafutura für das zweite Halbjahr gesetzt, was wollen Sie erreichen?

Die drei angesprochenen Reformen haben höchste Priorität für uns. Die Revision des Arzttarifs mit dem Tardoc, die einheitliche Finanzierung Efas und die Massnahmen zur Senkung der Medikamentenpreise. Darüber hinaus beobachten wir genau, wie der Leistungskatalog in der Grundversicherung immer weiter ausgedehnt wird. In Kürze werden wir eine Studie zu diesem Thema vorlegen können.

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Am 4. Juli findet der erste HZ Insurance Health Summit in Zürich statt, Curafutura ist als Netzwerkpartner dabei. Worauf freuen Sie sich besonders bei diesem Event?

Die Zusammenarbeit mit anderen Akteuren des Gesundheitssystems gehört zu unseren Grundwerten. Auf diese Weise können wir die besten Lösungen finden. Wir freuen uns daher, diesen Dialog beim HZ Insurance Health Summit fortzusetzen.