Die starken Unwetter von vergangenem Jahr haben dargelegt, welch Kraft die Natur hat. Die Bilder von verhagelten Autos, überschwemmten Kellern und weggespülten Gegenständen sind noch immer präsent, doch schon steht die nächste Unwettersaison bevor. In der Schweiz dauert diese typischerweise von Mai bis August, wobei nicht alle Regionen dem gleichen Risiko ausgesetzt sind. Die Schadenstatistik der Axa Schweiz über die letzten zehn Jahre zeigt ein klares Bild, wo welche Schadenart am häufigsten auftrat: Von Hagelschäden waren besonders die Kantone Neuenburg, Tessin und Jura stark betroffen aber auch Nidwalden, Luzern, Schwyz, Zug und Bern. In den letzten zehn Jahren ereignete sich rund die Hälfte aller der Axa Schweiz gemeldeten Hagelschäden in diesen acht Kantonen. Insbesondere grössere Hagelereignisse, welche in kurzer Zeit sehr viele Motorfahrzeuge beschädigen, können ein wesentlicher Treiber der Schadenbilanz sein. Kaum Hagelschäden gab es hingegen in Schaffhausen, im Wallis und in Graubünden.

Auch interessant
 
 
 
 
 
 

Überschwemmungsschäden kamen am häufigsten im Kanton Schwyz vor, gefolgt von den Kantonen Thurgau, Luzern, Solothurn und Aargau. Hier zählt Axa Schweiz über einen Drittel der insgesamt gemeldeten Überschwemmungsschäden. Im Kanton Schwyz fiel ein heftiges Unwetter mit sehr intensiven Niederschlägen im Jahr 2016 stark ins Gewicht. Die Kantone Waadt, Nidwalden, Uri, Basel-Stadt und Graubünden blieben in den letzten zehn Jahren von Überschwemmungen mehrheitlich verschont.

Bei den Schäden durch Blitzschlag führt ein Kanton die Statistik deutlich an: Im Tessin entstanden acht Mal mehr Schäden durch Blitzschlag als im Rest der Schweiz. Der Grund ist nachvollziehbar: Wenn feuchtwarme Mittelmeerluft aus dem Süden an die Alpenkette gedrückt wird, entstehen Gewitterwolken mit starken Auf- und Abwinden und elektrischen Ladungen. In den Kantonen Waadt und Basel-Stadt gab es am wenigsten Schäden durch Blitzschlag.

In bauliche Massnahmen investiert

Die Statistik zeigt auch eine Häufung von Extremwetterereignissen aufgrund des Klimawandels. Gleichzeitig ist über die letzten 25 Jahre betrachtet jedoch kein eindeutiger Trend bei der Anzahl Schadenmeldungen aus Unwettern zu erkennen. «Dies ist der Tatsache zu verdanken, dass Bund, Kantone und Gemeinden in den letzten Jahren – gerade nach dem Hochwassersommer 2005 – viel in Präventionsmassnahmen investiert haben», sagt Stefan Müller, Leiter Schaden Sachversicherungen. Dazu zählten beispielsweise die Regulierung des Thunersees durch einen Hochwasser-Entlastungsstollen in Thun, der Bau von Rückhaltebecken und Dammerhöhungen im Kanton Aargau oder die Einführung einer nationalen Hochwasser-Gefahrenkarte. «Diese Investitionen machen sich bezahlt», so Müller.

So schützt man sein Eigentum

Beachtet man einige Vorsichtsmassnahmen, kann man die Gefahr von Unwetterschäden an seinem Eigentum minimieren. Bei instabiler Wetterlage warnen Apps mit Push-Nachrichten schnell und standortgenau. Es empfiehlt sich, diese Wetterwarnungen zu abonnieren und regelmässig den Niederschlagsradar zu beobachten. Ist ein Sturm mit starkem Wind angesagt, sollte man leichte sowie mobile Gegenstände befestigen oder wegräumen und Sonnenstoren hochziehen. Bei Starkregen sind darüber hinaus Wasserabläufe freizuhalten und Fenster zu schliessen. Besteht die Gefahr, dass Wasser ins Gebäude fliesst, sollten feuchtigkeitsempfindliche und wertvolle Gegenstände in die Höhe gestellt werden. Sollte es hageln, lohnt es sich, Fahrzeuge unterzustellen und Rollläden hochzuziehen. «Denn was viele nicht wissen: Hagel kann Scheiben nichts anhaben, den Rollläden jedoch sehr wohl», führt Stefan Müller aus.

Versicherung bei Unwettern

Je nach Objekt, das beschädigt ist, sind verschiedene Versicherungen zuständig. Unwetterschäden am Mobiliar und der Einrichtung sind zum Neuwert über die Hausratversicherung gedeckt. Für Schäden an Fahrzeugen kommt die Teilkaskoversicherung auf. Bei Gebäudeschäden ist die Gebäudeversicherung zuständig; in den meisten Kantonen läuft diese über die kantonale Gebäudeversicherung. (hzi/wil)