Ein Milliarden-Budget für Übernahmen und deutlich stärkere Gewinnsteigerungen: Die vorstandskritischen Aktionäre von Generali wollen in dem italienischen Versicherer «den Löwen wecken» – in Anspielung auf das Tier im Generali-Wappen. Die Milliardäre Francesco Gaetano Caltagirone und Leonardo del Vecchio (Essilor Luxottica) wollen Vorstandschef Philippe Donnet auf der Hauptversammlung im April stürzen. Caltagirone und sein Kandidat für den Chefposten, der suspendierte Osteuropa-Vorstand Luciano Cirina, gingen am Freitag mit ihren Plänen an die Öffentlichkeit. Generali habe «zunehmend und unerbittlich» Boden auf die europäische Konkurrenz verloren, kritisierten sie.

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Sie wollen sieben Milliarden Euro für Übernahmen ausgeben – weniger und dafür grössere als Donnet sie plant, um die Position von Generali zu stärken. Generali hat drei Milliarden Euro dafür reserviert. Auch dadurch könne der Versicherungsriese den Gewinn bis 2024 um 14 Prozent pro Jahr steigern, doppelt so stark wie der amtierender Vorstand, erklärte der ehemalige Goldman-Sachs-Banker Claudio Costamagna, den die Opposition als Verwaltungsratschef vorgesehen hat. Cirina, der in dieser Woche von seinem Posten suspendiert wurde, sagte, die Pläne seien «ehrgeizig, aber machbar». Investmentbanker hielten den Konzern für eine «schlafende Schönheit», sagte Costamagna der Financial Times. «Er hat ein riesiges Potenzial, ist aber immer hoch halb verschlafen, und wir wollen ihn aufwecken.»

Caltagirone ist mit neun Prozent zweitgrösster Aktionär von Generali hinter der Mediobanca (15 Prozent), die Donnet stützt. Sie hat den Universitätsprofessor Andrea Sironi, einen Experten für Unternehmensführung und Risikomanagement aus Mailand, als Verwaltungsratschef nominiert. Rund 35 Prozent der Generali-Aktien sind in den Händen internationaler Investoren, 23 Prozent liegen bei Kleinanlegern. Das Unternehmen verteidigte Donnet und die eigene Strategie: Diese sei am Finanzmarkt «sehr positiv» aufgenommen worden. Die Kandidaten, die der Verwaltungsrat selbst aufgestellt habe, arbeiteten für alle Aktionäre, nicht nur für die Interessen Einzelner. (reuters/hzi/sec)