Hätte klassische Musik in der Schweiz einen höheren Stellenwert, sässe die ausgebildete Solocellistin und Musiklehrerin nicht in der Geschäftsleitung der KPT, sondern an ihrem Cello in einem Orchester. «Der Wunsch, international auf Touren zu gehen oder musisch talentierte Schüler zu unterrichten, war dann doch kleiner als der nach persönlicher und beruflicher Weiterbildung in einem zukunftsorientierten Geschäftsfeld», erläutert die gebürtige Seeländerin. Schon in jungen Jahren steckte sie voller Energie, besuchte parallel zum Gymnasium das Konservatorium und drückte während der Ausbildung an der Hochschule für Musik in Lausanne auch noch die Bank in der Wirtschaftsinformatikschule Schweiz.    

Als frischgebackene Hochschulabsolventin sammelte sie dann im väterlichen Betrieb erste Berufserfahrungen im Programmieren und wechselte kurze Zeit später zu einer Werbeagentur, wo sie nach anfänglichem Entwickeln von Spielen und Websites in die Projektleitung wechselte. «Da fing ich so richtig Feuer», erinnert sie sich. «Ich entdeckte die Freude daran, mit Kunden gemeinsam Visionen zu entwickeln und diese umzusetzen. Da liegen auch meine Stärken.» 

Führende Frauen in der Assekuranz

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Diese Eigenschaften, kombiniert mit ihrem technischen Hintergrund, verhalfen der vielseitig interessierten Macherin 2011 bei der Post zu echter Pionierarbeit. Das Unternehmen übertrug ihr als Programmleiterin Digitale Transformation die Verantwortung, eine globale Portallösung zu entwickeln und umzusetzen. «Herausfordernd dabei waren die vielen Insellösungen und die Tatsache, dass jeder in seinem eigenen Gärtchen denkt und es verteidigt», resümiert Catherine Loeffel. Mit ihrer Hartnäckigkeit und viel Überzeugungsarbeit erreichte sie, dass alle Geschäftsbereiche zusammenarbeiteten und das Projekt zu einem Erfolg avancierte. «Das gab einen extremen Boost durchs gesamte Unternehmen.» Aus diesem beruflichen Kapitel nimmt sie auch eine Erkenntnis mit: Nicht die Digitalisierung an sich ist das Wichtigste, sondern dass sich der Kunde mit der digitalen Lösung abgeholt fühlt und sie einfach bedienen kann. 

«Mit dem Abschluss der Projekte bei der Post habe ich mich gleich selbst abgeschafft», meint sie schmunzelnd. Kein Problem für die Powerfrau, die immer etwas Neues braucht, das sie reizt und wo sie etwas bewegen kann. Wie in ihrer jetzigen Position bei der KPT. «Innerhalb von zwei Jahren konnten wir die Service-Exzellenz auf Top-Level steigern und die digitale Transformation vorantreiben. Wir sind auf gutem Weg, fit für die Zukunft und nehmen die Chance wahr, uns im Gesundheits-Ökosystem gut zu vernetzen.» 

Dass sie die einzige Frau in der Geschäftsleitung ist, macht ihr nichts aus. «Der Mehrwert, den jeder einbringt, ist wichtiger als das Geschlecht», obschon – wenn sie in Klausur gehen, wäre ein weiblicher Austausch schön, findet Catherine Loeffel, die mit Kritik umgehen kann und sich nicht so leicht aus der Ruhe bringen lässt.  

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