Sie hat lange überlegt, ob sie nicht Architektur studieren soll. Einzig die Vorstellung, sie müsse dann irgendwann einmal Häuser bauen, die zwar den Kunden, aber ihr nicht gefallen, hielt sie davon ab. So fiel die Wahl auf Mathematik. Mit dem Diplom zog es die in der ehemaligen DDR aufgewachsene Constance Reschke dann später in die Versicherungswelt, weil «die Absicherung von Menschen auch einen sozialen Charakter hat», sagt sie. Und da die in Wernigerode Geborene, einem mittelalterlichen Städtchen im Harz, immer gerne mal ganz woanders leben wollte, sagte sie einem Job in Basel zu und zog zunächst ins deutsch-schweizerische Grenzgebiet nach Grenzach, von wo aus sie täglich mit dem Velo zur Helvetia nach Basel pendelte. 

In deren Underwriting-Team Kollektivleben kam sie das erste Mal mit dem Vorsorgesystem der Schweiz in Berührung. «Ehrlich gesagt habe ich damals nicht so genau gewusst, worauf ich mich einlasse, als ich in die Schweiz ging», gesteht sie. Sich in das Vorsorgesystem einzuarbeiten, war keine Schwierigkeit für sie, im Gegenteil: Es fiel ihr leicht und es gefiel ihr. Und weil sie dann gerne vom Aktuariat ins Business wollte, wechselte sie von der Helvetia zur Winterthur und zog mit Sack und Pack über die Grenze. 

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Seither lebt und arbeitet sie in Winterthur für die Axa. Angefangen hat sie mit der Programmierung von Bewertungsmodellen im Kollektivleben, schnell kam das Risk Management dazu und bald hatte sie ihr eigenes Team mit Fokus auf Einzel- wie auch Kollektivleben ... «Es hat sich sowohl im Unternehmen als auch im regulatorischen Umfeld mit dem Schweizer Solvenztest und Solvency 2 immer so viel verändert, dass mein Aufgabengebiet auch stets ein anderes war», sagt Constance Reschke. Ihre grosse Stärke sei es dabei, Probleme zu erkennen und Lösungen zu finden. 

Als das zweite Kind auf die Welt kam, hat sie ihr Pensum erstmals auf unter 100 Prozent, nämlich auf 90 Prozent reduziert, was am Ende jedoch nur mässig funktionierte und wahrscheinlich auch nicht ihrem Naturell entspricht, sodass sie bald wieder zu 100 Prozent ihrer Arbeit nachging. «Ich kannte das aus der ehemaligen DDR gar nicht anders», sagt Reschke. Dort waren die Gleichstellung von Mann und Frau und die externe Kinderbetreuung in allen gesellschaftlichen Schichten gelebte Realität. «Dafür ist bei uns zu Hause abends um 18 Uhr Schluss mit der Arbeit und dann ist Familienzeit», sagt Constance Reschke. Zumal es um die Uhrzeit nach einem langen Arbeitstag eh nicht besser werde mit den beruflichen Aufgaben. Und wenn dann noch Zeit ist, kocht sie sehr gerne – aber nie genau nach Rezept, weil ihr das zu langweilig sei. Ebenso gerne liest sie Romane und zeichnet, früher viel mehr als heute, aber mit der Gewissheit, dass es später einmal, wenn beide Söhne aus dem Haus sind, wieder mehr werden wird. 

Was sie ebenfalls aus der ehemaligen DDR mitgebracht hat, ist die Gewissheit, dass der Mensch alles ändern kann, wenn er nicht zufrieden ist. Immerhin hat das Volk der DDR ein ganzes Staatssystem friedlich gestürzt. Angesichts der aktuellen Herausforderungen, mit denen sich das Vorsorgesystem der Schweiz konfrontiert sieht, ist eine solche optimistische Grundhaltung bei einer Leiterin der Beruflichen Vorsorge bei einem der grössten BVG-Versicherer des Landes sicher sehr willkommen. 

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