Den Wunsch, im Job Verantwortung zu übernehmen und in einer Führungsposition zu agieren, hegte Petra Roffler, Leiterin Antragsprüfung bei ÖKK, schon lange. Neue und herausfordernde Aufgaben treiben sie an, denn in einem Job mit zu vielen Routinearbeiten zu verharren, sei nicht ihr Ding. Die junge Bündnerin, durch und durch eine Macherin, strebt stets nach dem Besten und räumt ein, dass auf dem Weg dahin auch mal Fehler passieren. Wichtig sei, dass man dazu stehe und daraus lerne. Genauso wichtig ist ihr, den Mitarbeitenden und Vorgesetzten gegenüber Ziele und Wünsche zu äussern und dafür einzustehen. «Dazu braucht es Engagement, einen starken Willen und den Glauben an sich selbst.» 

Allgemein sind ihr ein respektvoller Umgang, Ehrlichkeit, Kommunikation auf Augenhöhe, Authentizität und eine gesunde Portion Humor am Arbeitsplatz wichtig. «Wer zusammen lachen kann und Spass hat, übersteht auch stürmische Zeiten oder unangenehme Situationen leichter.»

In ihre erste Führungsrolle schlüpfte sie mit 29, woran sie sich gut erinnert. Rund vier Jahre nach der Rückkehr von ihrer elfmonatigen Weltreise im Herbst 2011 und nachdem sie bei ÖKK in verschiedenen Positionen gearbeitet hatte, verspürte sie den Drang nach mehr. Mehr Verantwortung, mehr Abwechslung. «Ich war reif für einen Wechsel.» Eine Reorganisation im Unternehmen verhalf ihr dann dazu, den Wunsch in die Tat umzusetzen. Mit dem Zusammenführen verschiedener Geschäftsfelder gründete das Unternehmen eine neue Abteilung und als man ihr die Leitung derselben anbot, zögerte sie keinen Moment. Sie liebt Herausforderungen und die neue Position als Abteilungsleiterin und Kaderfrau war definitiv eine, denn sie trat die Stelle mit null Führungserfahrung an. «Ich konnte Strukturen und Prozesse neu gestalten und mein Potenzial voll ausschöpfen. Gleichzeitig musste ich mich in neue Gebiete einarbeiten. Da wurde mir erst richtig bewusst, was mir meine Eltern mit auf den Weg gegeben haben: anpacken und durchhalten.» Aufgewachsen auf einem Bauernhof musste sie schon früh im elterlichen Betrieb helfen, was ihr heute zugutekomme.  

Das Vertrauen in ihre Fähigkeiten und die gestalterischen Freiheiten, die sie von der Unternehmensleitung erhalten hat, gibt sie ihrem Team, das grösstenteils aus Frauen besteht, weiter. Sie kann sich ein Lachen nicht verkneifen, denn dessen Zusammenstellung ist nicht dem geschuldet, dass sie das weibliche Geschlecht bevorzugen würde, sondern dem, dass sich einfach selten Männer für die Aufgaben in ihrer Abteilung bewerben. Ein gemischtes Team wäre sicher schön, findet die sportlich aktive Kaderfrau, doch der genetische Faktor sei definitiv weniger wichtig, als die richtigen Leute in der richtigen Position einzusetzen und einen positiven Teamspirit zu leben. Das grösste Kompliment für sie sei, wenn das, was ihr wichtig ist, bei ihren Mitarbeitenden ankommt und ihre Arbeit geschätzt wird. Aktives Zuhören, Gelassenheit, Geduld und Empathie seien elementare Voraussetzungen für den Erfolg als Führungsperson. Und jungen Frauen, die ebenfalls eine Führungsposition anstreben, rät sie: «Steht zu euren Zielen, teilt sie mit, setzt euch dafür ein und glaubt an euch selbst.»

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Auf ihre zukünftigen Pläne angesprochen, verrät sie, dass sie noch dieses Jahr in den Hafen der Ehe einlaufen werde.