Leute für sich zu gewinnen, ist eine Gabe, die in der heutigen Welt sehr gefragt ist. Dafür braucht es gute Sachkenntnis, Taktik und Feingefühl. Sandra Borgo hat schon mehrfach bewiesen, dass ihr der Umgang mit den Menschen liegt. Als sie nach 14 Jahren bei der Zurich als Key Account Managerin, Kommunikationsmanagerin und internationale Projektleiterin überzeugt hatte, suchte sie bei der Willis AG eine neue Herausforderung.

In den ersten drei Jahren bei Willis hat Sandra Borgo zusammen mit einem Kollegen das neue Geschäftsmodell Willis Commercial Network (WCN) mitentwickelt und aufgebaut. «Meine Hauptarbeit bestand unter anderem darin, Makler und Versicherungsgesellschaften von diesem neuen und in der Schweiz noch nicht existierenden Geschäftsmodell zu überzeugen, damit sie als Partner bei WCN partizipieren.» Während dieser Zeit habe sie sehr viel über Brokertätigkeiten und Akquisitionen gelernt. «Es genügt einfach nicht, alleine von einer Idee überzeugt zu sein. Man muss Ausdauer und Hartnäckigkeit aufbringen. Vor allem aber muss man in der Lage sein, mit Rückschlägen umzugehen.» Nach drei Jahren harter Arbeit habe sich das WCN im deutschsprachigen Schweizer Markt erfolgreich etabliert. Knapp 40 lokale Broker zählen mittlerweile zum Brokernetzwerk von Willis Towers Watson.

Zwei Welten vereinen

Heute sitzt Sandra Borgo als Chief Broking Officer am Verhandlungstisch und feilscht bei Verträgen mit den Versicherern um die besten Konditionen für ihren Arbeitgeber. «Bei allfälligen Differenzen zwischen unserem Unternehmen und den Versicherern gilt es diese auszuräumen», sagt Borgo sec. Und gibt damit einen kleinen Einblick in den harten Verhandlungsalltag, bei dem niemandem etwas geschenkt wird. Vertrauen und ein gutes Miteinander seien dafür umso zentraler.

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Gleichzeitig ist Borgo Head of Property & Casualty und im Zuge des Zusammenschlusses von Willis und Towers Watson im Jahr 2016 half sie in diversen Initiativen und bei Cross-Selling-Aktivitäten mit. Das Ziel war, die verschiedenen Welten zu vereinen, um den Kunden die gesteigerte Lösungsvielfalt näherzubringen. «Mittlerweile ist dies zu einer Selbstverständlichkeit geworden», lacht Sandra Borgo. Aus jedem Veränderungsprozess wird irgendwann Routine.

Das nötige Rüstzeug für ihre Aufgaben hat Sandra Borgo im Executive MBA im Bereich «Strategisches Management» erhalten. Umgesetzt hat sie die Theorie auf ihre eigene Art und Weise. Am Ziel ist sie damit noch lange nicht: «Mein Ziel bestand und besteht noch immer darin, einen gewichtigen Beitrag bei organisatorischen Veränderungen für das Unternehmen zu leisten.» Die geplante Fusion mit Aon deutet bereits an, dass bei Willis Towers Watson die Zeichen weiterhin auf Wandel stehen. Keine schlechte Ausgangslage für eine Person wie Sandra Borgo.