Das vergangene Jahr war für die Schweizer Versicherungsbranche gelinde gesagt anspruchsvoll. Aufgrund der Corona-Pandemie leistete sie gemäss Schätzungen des Schweizerischen Versicherungsverbands SVV Schadenzahlungen in der Höhe von rund 1 Milliarde Franken an Unternehmen und Privatpersonen. 

Trotz allem kam die Branche bis anhin aber glimpflich davon. «Unter den ausserordentlichen Umständen können wir mit der Entwicklung der Versicherungswirtschaft zufrieden sein», betonte SVV-Direktor Thomas Helbling anlässlich der Medienkonferenz im Februar dieses Jahres. Zufrieden sein dürfen auch die Schweizer Krankenversicherer, von denen in diesem Frühling die meisten trotz pandemiebedingt höheren Kosten (z. B. für die Intensivpflege) solide Geschäftsabschlüsse präsentieren konnten.

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Swiss Life mit zweistelliger Veränderung

Es ist daher nicht verwunderlich, dass es unter den Top 15 der grössten Schweizer Versicherer und Krankenkassen im Gegensatz zum vergangenen Jahr kaum zu Verschiebungen kam. Einzig die auf Vorsorge spezialisierte Swiss Life verzeichnete mit einem Rückgang der Bruttoprämien um 13 Prozent eine Veränderung im zweistelligen Bereich, nachdem sie 2019 noch ein Plus von 20 Prozent vermelden konnte. 

Ähnlich erging es dem deutlich kleineren Mitbewerber Baloise, der in diesem Jahr einen Rückgang der Bruttoprämien um etwas mehr als 6 Prozent zu vermelden hat und damit zugunsten von Helvetia vom vierten auf den fünften Platz in den Top 15 abstieg. Dies, nachdem die Basler im vergangenen Jahr noch ein Plus von 10 Prozent präsentierten. Damit zeigt sich, dass es sich damals beim Wachstum im Bereich Leben um einmalige Effekte gehandelt hatte, die auf übertragene Vorsorgekapitalien zurückzuführen waren. Zur Erinnerung: Anfang 2019 stieg die Axa aus der Vollversicherung im Kollektivleben aus. Zudem dürften sich die nach wie vor tiefen Zinsen sowie die hohen Regulierungsanforderungen belastend auf das Lebengeschäft ausgewirkt haben. 

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Positive Aussichten für Rückversicherer

Mit einem Plus von 18 Prozent konnte 2019 auch die Swiss Re einen grossen Sprung verzeichnen. Das diesjährige Plus von 1,7 Prozent erscheint im Vergleich dazu mickrig, ist aber dennoch als positiv zu bewerten, weil auch der Rückversicherer systembedingt unter den zahlreichen Schadenfällen im Umfeld der Covid-19-Pandemie gelitten hat.

Aufgrund einer sich verändernden Risikobereitschaft sowie der steigenden Zahl an Naturkatastrophen infolge des Klimawandels dürfte die Nachfrage nach Rückversicherungen in den kommenden Jahren zunehmen. Es wäre also nicht erstaunlich, wenn das Wachstum der Swiss Re im kommenden Jahr wieder zweistellig wäre.

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