Die Schweizer Pensionskassen haben den langjährigen Leistungsabbau in der beruflichen Vorsorge gestoppt. Laut der 24. Ausgabe der Schweizer Pensionskassenstudie ist die finanzielle Situation nach einem erfolgreichen Börsenjahr 2023 stabil. Erstmals stehen wieder Leistungsverbesserungen in Aussicht.

Hohe Renditen und solide Reserven

Im Jahr 2023 erzielten die Pensionskassen eine durchschnittliche Nettorendite von 5,1 Prozent. Dies ermöglichte den Aufbau finanzieller Reserven. Der Deckungsgrad der privatrechtlichen Kassen stieg von 110,1 Prozent Ende 2022 auf 113,5 Prozent Ende 2023. Fast die Hälfte der Kassen hat ihre Wertschwankungsreserven zu mindestens 75 Prozent aufgefüllt und ist bereit für Leistungsverbesserungen.

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Flexible Leistungen statt langfristige Garantien

Trotz positiver Finanzlage erhöhen die Pensionskassen ihre Leistungsgarantien nur zurückhaltend. Lediglich drei der 483 befragten Kassen haben ihren Umwandlungssatz angehoben. 14 Prozent planen Leistungsverbesserungen, setzen dabei jedoch überwiegend auf Einmalzahlungen statt dauerhafter Rentenerhöhungen. Dies zeigt eine Vorsicht gegenüber langfristigen Verpflichtungen.

Marktchancen und -risiken für Versicherte

Die Versicherten tragen zunehmend die Risiken der Finanzmärkte. Steigen die Kurse, profitieren sie durch höhere Verzinsungen ihrer Altersguthaben und Einmalzahlungen. Bei fallenden Kursen leiden jedoch auch die Leistungen. Diese Flexibilisierung ist eine Reaktion auf die Börsenturbulenzen der letzten Jahre und spiegelt das Bedürfnis der Pensionskassen wider, flexibel auf Marktentwicklungen reagieren zu können.

Vorreiter bei BVG-Reform

Die bevorstehende Abstimmung zur BVG-Reform sieht unter anderem die Flexibilisierung des Koordinationsabzugs vor. Bereits heute haben 89 Prozent der Kassen den Koordinationsabzug variabel gestaltet oder ganz darauf verzichtet, um Teilzeitarbeitende besserzustellen. Auch die geplante Senkung des BVG-Mindestumwandlungssatzes von 6,8 auf 6,0 Prozent würde nur eine Minderheit der Versicherten betreffen.

Fortschritte bei der Flexibilisierung

Die aktuelle Studie zeigt, dass viele Kassen die Flexibilisierung der 2. Säule vorantreiben. Wahlmöglichkeiten bei Sparbeiträgen sind etabliert, doch bei Optionen zum Leistungsbezug, wie der wählbaren Höhe der Partnerrente oder flexiblen Rentenmodellen, herrscht noch Zurückhaltung. Diese Modelle sind stark von der Performance abhängig und unterstreichen den Trend zu flexiblen Auszahlungen.

Flexibilisierung schreitet voran

Die Schweizer Pensionskassen präsentieren sich finanziell stabil und bereit für Leistungsverbesserungen. Versicherte müssen jedoch mehr Risiken tragen, da die Leistungen stärker an die Finanzmarktentwicklung gekoppelt sind. Die bevorstehende BVG-Reform wird voraussichtlich nur geringe Auswirkungen auf die meisten Versicherten haben, da viele Kassen bereits entsprechende Anpassungen vorgenommen haben. Die Flexibilisierung in der beruflichen Vorsorge schreitet voran und wird zunehmend an Bedeutung gewinnen.

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