Der Bundesrat hat die Anordnung zum Homeoffice aufgehoben. Es gilt keine Maskenpflicht mehr, aber Abstandsregeln am Arbeitsplatz bleiben vorerst. Was kommt jetzt? Wieder Präsenzpflicht im Büro? HZ Insurance hat sich bei Versicherern und Krankenkassen erkundigt. 
 
Der Tenor: In den Modus «vor Corona» will kaum ein Arbeitgeber zurückkehren. Homeoffice soll zumindest teilweise bleiben, mehr Flexibilität bei der Wahl des Arbeitsortes wird toleriert. Und das Büro wird aufgewertet zum Ort der Begegnung und des persönlichen Austausches. Dabei schwingt der Wunsch, die Arbeitskolleginnen und -kollegen wieder live und in Farbe zu treffen, in vielen Aussagen mit. Der direkte Kontakt ist in den vergangenen zwei Jahren deutlich zu kurz gekommen. 
 
Die meisten Versicherer geben ihren Mitarbeitenden den Freiraum, einen Teil der Arbeitszeit am Ort der Wahl zu verbringen. Es zeichnet sich eine grosse Vielfalt an Arbeitsmodellen ab. Einige haben bereits Flex- oder Smart-Work-Vereinbarungen getroffen. 
 
Trend: Zwei bis drei Tage Homeoffice pro Woche

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«Ab sofort können die Mitarbeitenden von Zurich Schweiz freiwillig an den Arbeitsplatz zurückzukehren», informiert Kay Schubert, Mediensprecher Zurich Schweiz. Besonders gefährdeten Mitarbeitenden werde allerdings empfohlen, weiterhin von zu Hause aus zu arbeiten. 

Grundsätzlich hat Zurich Schweiz bereits 2015 flexible und hybride Arbeitsmodelle etabliert. Mitarbeitende haben die Möglichkeit, zusammen mit ihren Teams und Vorgesetzten zu entscheiden, wann, wo und wie sie ihre Arbeit erledigen. Mehrere interne Umfragen bei Zurich Schweiz über künftige Arbeitsmodelle haben ergeben: Die Mitarbeitenden wünschen sich künftig, je zwei bis drei Tage im Homeoffice und zwei bis drei Tage an einem der Firmenstandorte respektive vor Ort bei Kunden zu arbeiten.

Normalbetrieb mit Präsenz vor Ort

Bei der Groupe Mutuel gilt ab Montag, 28. Februar 2022, wieder «Normalbetrieb» - die Mitarbeitenden kehren an ihre Arbeitsplätze zurück und können bis zu zwei Tage Homeoffice pro Woche in Anspruch nehmen. «Eine Rückkehr zum Normalbetrieb mit Präsenz vor Ort ist für uns ein wichtiger Faktor für eine gute zwischenmenschliche Beziehung unter den Mitarbeitenden», erläutert Serkan Isik, Leiter Medienkommunikation Deutschschweiz.

«Die nahezu vollständige Rückkehr an den Arbeitsplatz ist nach zwei Jahren pandemiebedingter Sonderregelungen eine neue Situation, an die sich die Mitarbeitenden zuerst wieder gewöhnen müssen», ist man bei der Helvetia überzeugt. In gemeinsamer Absprache klärten die Abteilungen respektive die Teams von Helvetia, wie sie die Rückkehr an den Arbeitsplatz gestalten wollten, informiert Dominik Chiavi, Senior Manager Media Relations. 

Flexibilität als Win-win-Situation

Trotz Aufhebung der Massnahmen sei die Pandemie ist noch nicht vorüber. «Entsprechend geben wir aktuell keine fixierten Regelungen vor und setzen auf individuelle Lösungen», so Chiavi. Mitarbeitende können zu Hause, unterwegs oder im Büro arbeiten. Chiavi: «Wir erachten diese Flexibilität als Win-win-Situation für Arbeitnehmende und die Arbeitgeberin. Diese flexible Arbeitsform entwickeln wir stetig weiter und lassen dabei auch die Erfahrungen der letzten Monate einfliessen.»

Die Mobiliar setzt laut Mediensprecher Jürg Thalmann auf hybride Zusammenarbeit, also die Kombination von physischem und digitalem Arbeiten. Wie schon vor der Pandemie, sollen die Mitarbeitenden auch in Zukunft in Absprache mit ihrem oder ihrer Vorgesetzten und dem Team entscheiden, wo sie arbeiten und wie oft sie ins Büro kommen.

Auch Generali Schweiz bietet ihren Mitarbeitenden künftig eine hybride Arbeitsweise an. Ziel ist «maximale Flexibilität» in der Gestaltung des Arbeitsalltages. Mit «Work Smart@Generali» setzt der Versicherer auf einen Remote-Office Anteil von 40 bis 60 Prozent. Die Basis hierfür sei immer das entsprechende Arbeitspensum. Niemand sei jedoch verpflichtet, im Remote-Office zu arbeiten. Sollte sich die Pandemiesituation in den nächsten vier Wochen weiter deutlich und nachhaltig entspannen, plant Generali, den WorkSmart@Generali Ansatz ab 4. April 2022 unternehmensweit in Kraft zu setzen.

Bei der Helsana gilt ab Anfang März eine Vor-Ort-Präsenz von «grundsätzlich 60 Prozent des Arbeitspensums, mindestens aber 40 Prozent des Pensums, um der Aufgabenvielfalt bei Helsana angemessen Rechnung zu tragen», teilt Can Arikan, Leiter der Abteilung Media Relations mit. Der neu eingeführte Team-Tag diene vor allem der «Stärkung kollaborativer Aspekte» und soll den Team-Rhythmus in der neuen Normalität fördern.

Bei Swica tritt am 1. April 2022 eine neue Home-Office-Regelung in Kraft, genannt «Work Anywhere Policy». Bei einem Arbeitspensum von 100 Prozent gilt die Empfehlung, dass bis zu drei Arbeitstage pro Woche im Homeoffice möglich sind. Die Entscheidung, ob ein Mitarbeitender Work Anywhere arbeiten kann, liegt im Ermessen der vorgesetzten Person sowie der betrieblichen Gegebenheiten. 

Auch wenn Homeoffice «funktioniert», wird bei Swica das «Wir-Gefühl» und der Kontakt vor Ort als sehr wichtig und verbindend wahrgenommen. Silvia Schnidrig, Leiterin Unternehmenskommunikation, ist überzeugt: «Ein guter Mix macht es aus». Sie nennt einen weiteren Aspekt, der für die freie Wahl des Arbeitsortes spricht: Work anywhere vergrössere den Arbeitsmarkt. «Mit einer ausschliesslichen Tätigkeit vor Ort, stand einer Anstellung oft ein (zu) langer Arbeitsweg im Weg», sagt Silvia Schnidrig. «Wenn nun Mitarbeitende statt an fünf Tagen die Woche nur noch an zwei Tagen länger pendeln müssen, schafft das ganz neue Möglichkeiten für die Stellensuchenden und die Arbeitgeber.» 

Für die CSS ist es wichtig, dass Mitarbeitende grundsätzlich dort arbeiten, wo sie ihre Aufgaben am wirkungsvollsten umsetzen. «Die neue Arbeitswelt setzt eine gute Balance von Vorort- und Homeoffice-Arbeiten voraus», meint Daniel Zimmermann, Leiter Human Resources Management. Die CSS-Mitarbeitenden sind dazu eingeladen, mehr als die Hälfte ihrer Arbeitszeit im Büro zu verbringen. Zimmermann: «Es ist uns wichtig, die Gebäude der CSS wieder mit Leben zu füllen, physische Treffen zu ermöglichen und den persönlichen Austausch zu fördern.» Gegenseitiges Vertrauen, Eigenverantwortung und Verbindlichkeit sind dabei wichtige Kriterien, um die bereits im Sommer 2020 definierte neue Arbeitswelt umzusetzen.