Können Sie uns kurz das Geschäftsmodell von TPC erklären?
Unser Ziel ist es, ein digitales Ökosystem für Wohlstandsaufbau und Altersvorsorge zu entwickeln, daher haben wir unsere Unternehmensgruppe, die verschiedene Tochterunternehmen vereint, the prosperity company genannt. Das Herzstück ist die Liechtenstein Life Assurance AG, Anbieter für fondsgebundene Produkte zur Altersvorsorge und Risikoabsicherung. Nach und nach haben wir darum herum weitere Unternehmen gegründet, mit denen wir innovative Finanzdienstleistungen anbieten. Wir wollen dadurch den Versicherungsmarkt, besonders den Vertrieb, moderner, digitaler und kundenzentrierter gestalten. Die Entwicklungsschritte bezeichnen wir selbst gern als «Reversed-Startup-Modell»: Die TPC investierte zuerst in ein etabliertes, reguliertes Unternehmen, das wir dann konsequent digitalisiert und so dessen Profitabilität erhöht haben. Erst nachdem diese wichtige Basis geschaffen worden war, gründeten wir die weiteren Bausteine unseres Ökosystems.

Was verstehen Sie unter innovativen Finanzdienstleistungen? 
Innovative Finanzdienstleistungen sind für uns einfach zu nutzen, transparent und vor allem digital. Der Abschluss muss für Kundinnen und Kunden mit geringem Aufwand verbunden sowie die Verwaltung auch per Smartphone möglich sein. Hierbei ist besonders wichtig, dass die Handhabung des Produktes flexibel und intuitiv ist. Zudem sollte die aktuelle Performance der Finanzprodukte jederzeit ersichtlich sein. Mit der privaten Vorsorge trifft man eine positive Entscheidung für das Leben. Daher ist unser Anspruch, ein positives Erlebnis vom Vertragsabschluss bis zur Verwaltung eines Produktes zu schaffen. In unserem Angebot wollen wir grundsätzlich Transparenz, Nachhaltigkeit und die Schönheit der Technologie vereinen. 

Für unsere Vertriebspartner müssen unsere Lösungen die Neukundenakquise und die Verwaltung des Kundenstamms möglichst vereinfachen. Wir setzen hier auf eine konsequente Vernetzung von Kunden-App und Maklerportal. Über einen Activity Stream werden Vermittler über alle geschäftsrelevanten Aktivitäten ihrer Kunden informiert. Wir bieten praktische Auswertungen, mit denen Vermittler sehen können, welche Kunden ihr jährliches Vorsorgepotenzial in der Säule 3a noch nicht ausschöpfen. Aber auch Möglichkeiten zur Beratung per Videoanruf inkl. Online-Abschluss der Versicherungspolice gehören bei uns zum Angebot. 

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Interviewpartner:
Reto Näscher
, CEO the prosperity comany 
Reto Näscher ist gebürtiger Liechtensteiner und hat über 15 Jahre Erfahrung im Finanzdienstleistungsbereich, in dem er in unterschiedlichen Funktionen tätig war. Heute ist er CEO der the prosperity company, eines Unternehmens, das unter seinem Dach verschiedene Tochterunternehmen mit Angeboten rund um Vermögensaufbau und Risikoabsicherung vereint. 

Die TPC ist aus der Liechtenstein Life hervorgegangen, deren Fokus lag auf fondsgebundenen Lebens- und Rentenversicherungen. Was ist an solchen Produkten innovativ?
Das Innovative liegt darin, dass wir schon lange bestehende Produkte und deren Management neu denken. Kunden erwarten zunehmend, dass sie ihre Altersvorsorge genauso einfach und bequem managen können, wie sie es von anderen Finanzprodukten wie z. B. aus dem Digital Banking gewohnt sind. Der Abschlussprozess ist bei uns vollumfänglich digital und sehr schnell möglich – das unterscheidet uns von vielen anderen Anbietern. Zudem ist in unserer Endkunden-App die Wertentwicklung vollständig transparent und kann auch jederzeit mit der Offerte verglichen werden. Und nicht zuletzt kann die Verwaltung der Police inklusive Zuzahlungen, Prämienerhöhungen sowie eines direkten Austauschs mit dem Kundenservice komplett digital über die App vorgenommen werden. Wir wollen mit unseren Produkten Vorsorge für die Kundinnen und Kunden greifbar machen.

Wir sind zudem derzeit dabei, eine grüne Police in der Schweiz auf den Markt zu bringen. Hierbei können unsere Kunden aus einer grossen Bandbreite nachhaltiger und ESG-konformer Anlagen wählen. Darüber hinaus produzieren wir unsere Policen CO2-neutral, indem wir in ausgewählte klimafreundliche Projekte investieren. Und ein wesentlicher Teil des Vermögens unserer Schweizer Kunden wird seit einigen Monaten in Fonds angelegt, die die ESG-Kriterien erfüllen.

«Alle unsere Unternehmen und Angebote sind untereinander vernetzt und bieten Vermittlern und Endkunden eine nahtlose Interaktion mit unseren Produkten»

Was verstehen Sie unter einem «holistischen digitalen Ökosystem»?
Wir wollen mehr bieten als Versicherung. Die Grundidee: Alle unsere Unternehmen und Angebote sind untereinander vernetzt und bieten Vermittlern und Endkunden eine nahtlose Interaktion mit unseren Produkten. Wir wollen ihnen damit grösstmögliche Effizienz und Transparenz für ihre Vertriebs- und Verwaltungsprozesse liefern – datengetrieben, schnell und auf dem neuesten technologischen Stand.  

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Woraus besteht das Ökosystem derzeit und um was soll es erweitert werden?
Derzeit besteht unser Ökosystem aus den folgenden Komponenten, sprich Tochterunternehmen: Zum einen ist da die Liechtenstein Life Assurance, mit der wir seit 2008 fondsgebundene Produkte zur Risikoabsicherung und Altersvorsorge anbieten, und dies in Liechtenstein, Deutschland und der Schweiz. Hinzu kamen seit 2018 weitere Unternehmen: zum einen prosperity brokershome, eine digitale Service-Plattform für Vermittler. Hier können diese ihren Kundenstamm verwalten und unsere Tools für Beratung, Datenanalyse und auch Schnittstellen zur Anbindung von Drittanbietern nutzen. Darüber hinaus haben wir die Prosperity-App entwickelt, mit der Endkunden unsere Produkte verwalten können und vor allem einen tagesaktuellen Überblick über ihre Vermögensentwicklung erhalten. Mit dieser Transparenz gehören wir unseres Erachtens zu den Vorreitern am Markt. Zuletzt ist da noch die cashyou – unser Factoring-Prozessexperte, durch den wir zusammen mit Bankpartnern sofortige Auszahlung von Vergütungsvereinbarungen in Deutschland ermöglichen. Hier kann man bereits von einem Ökosystem sprechen, es soll aber noch längst nicht Schluss sein. Wir planen, unser Portfolio nach und nach zu erweitern – ein eigenes Banking-Produkt ist dabei nur einer unserer Pläne. 

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«Innovation und Digitalisierung erleichtern Menschen jeden Alters das Thema Altersvorsorge»

Der Name Ihres Unternehmens verspricht Wohlstand, aber auf Englisch. Sprechen Sie eine eher junge Kundschaft an?
Wir fokussieren uns nicht auf eine bestimmte Altersklasse bei unseren Kundinnen und Kunden – Innovation und Digitalisierung erleichtern Menschen jeden Alters das Thema Altersvorsorge. Aber es ist natürlich so, dass die Vorteile unserer digitalen Tools wie bspw. der Prosperity-App derzeit eher eine jüngere Kundschaft ansprechen. Das spiegelt sich im Durchschnittsalter unserer Kunden wider, das derzeit bei 35 Jahren liegt.  

Welche Tochter trägt den grössten Umsatzanteil bei?
Momentan ist das die Liechtenstein Life mit über 90 Prozent. Daran haben aber die anderen Unternehmen der Gruppe natürlich einen Anteil. Für die kommenden drei Jahre ist eine starke Umsatzsteigerung mithilfe unserer App geplant, die mittelfristig neben der Liechtenstein Life zu unserem stärksten Umsatztreiber werden soll.

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«Unsere langfristige Vision ist es, der primäre Anbieter für nachhaltige und transparente Vorsorge und Wohlstandsprodukte in Europa zu werden»

Was sind die nächsten Meilensteine, was ist Ihre Vision?
Unsere langfristige Vision ist es, der primäre Anbieter für nachhaltige und transparente Vorsorge und Wohlstandsprodukte in Europa zu werden. 

Wir wollen die Vernetzung der einzelnen Unternehmen 2021 weiter vorantreiben und unseren Vermittlern die Kommunikation mit ihren Kunden erleichtern. Gleichzeitig arbeiten wir daran, Neuanträge noch schneller zu policieren. Derzeit benötigen wir durchschnittlich 48 Stunden für die Policierung. In Zukunft wollen wir hier ein «Instant Policing», also die direkte, unmittelbare Policen-Bereitstellung erreichen. Unseren Kunden wollen wir helfen, noch leichter das volle Potenzial ihrer Altersvorsorge zu realisieren. Wir haben im vergangenen Jahr einen starken Anstieg von Einmalzahlungen registriert. Daher werden wir den Zuzahlungsprozess in den kommenden Monaten weiter vereinfachen und unsere digitale Payment-Schnittstelle in der Prosperity-App erweitern.

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Parallel arbeiten wir unter der Marke prosperity connect an Schnittstellen, über die wir unser Produktangebot Vertriebspartnern und digitalen Plattformen bereitstellen werden.   

In welchem Umfang und womit genau ist Ihr Unternehmen am Schweizer Markt aktiv?  
Momentan sind wir in Deutschland und in der Schweiz aktiv, wobei wir bereits in Italien, Frankreich, Österreich und Liechtenstein Kundenbeziehungen haben. Allerdings ist es tatsächlich so, dass der Schweizer Markt den grössten Anteil an unserem Umsatz ausmacht. Wir bieten hier klassische 3a- und 3b-Produkte an, welche wir momentan über unsere Partner vertreiben. Darüber hinaus haben wir 2019 ein innovatives Risikolebensversicherungsprodukt in den Schweizer Markt gebracht. 

Wir sind vor allem im vergangenen Jahr stark gewachsen, insbesondere weil Partner und Kunden unsere effizienten und digitalen Services schätzen. Das macht uns stolz, weil unser Wachstum nachhaltig und nicht durch aggressives Marketing getrieben ist. Wir rechnen mit einem Dominoeffekt und glauben, 2021 noch mehr Kunden von unseren Vorsorgelösungen, auch in der Schweiz, überzeugen zu können.

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