Durch die immer defensivere Geldpolitik der Notenbanken sind inzwischen 13 Billionen Dollar an Anleihen mit negativen Zinsen in Umlauf. Dies heizt die Renditejagd immer weiter an. Viele Anleger liebäugeln dabei mit der Rendite von Hartwährungsanleihen aus Emerging Markets (EM). Hierbei stehen oftmals Staatsanleihen im Vordergrund. EM-Unternehmensanleihen stellen jedoch eine interessante Alternative dar. Während beide Anlageklassen ähnliche Renditen bieten, sind viele Unternehmensanleihen mit attraktiven Merkmalen ausgestattet, die einen näheren Blick lohnen.

Stärkere Diversifizierung

Das Emerging-Market-Universum umfasst mehr als 50 Länder und zahlreiche Sektoren. Fast die Hälfte des EM-Staatsanleihemarktes ist jedoch rohstoffabhängig, so dass Anleger hier automatisch auch auf Rohstoffe setzen. Angesichts der unsicheren Ölpreise steigt die Verschuldung dieser Staaten, da sie fehlende Rohstoffeinnahmen durch Schulden ausgleichen. EM-Unternehmensanleihen bieten dagegen eine stärkere Diversifizierung. Sie decken verschiedene Sektoren ab und offerieren Anlegern eine Palette von Anlagethemen.

Ein weiterer Faktor ist die geringere Kreditqualität der Staatsanleihen gegenüber Unternehmensanleihen. EM-Staaten begeben nur als letztes Mittel Hartwährungsanleihen, wenn ihnen keine andere Finanzierungsquelle offensteht. Knapp die Hälfte des heutigen Staatsanleihemarktes besteht aus High-Yield-Anleihen. Für zusätzlich steigende Volatilität sorgen die Kapitalflüsse des stark wachsenden EM-ETF-Marktes.

Höhere Qualität

Im Gegensatz dazu können im Privatsektor nur erstklassige Firmen Hartwährungsanleihen begeben. Diese Unternehmen sind häufig in den wirtschaftlich stärksten Emerging Markets ansässig, deren Staaten nicht mehr auf Hartwährungsanleihen angewiesen sind. Somit ermöglichen die Unternehmensanleihen ein Engagement in Ländern, zu denen Anleger ansonsten keinen Zugang hätten. Zudem bietet der Unternehmensanleihemarkt mit einem Investment-Grade-Anteil von fast 70 Prozent eine höhere Qualität als der Staatsanleihemarkt.

Nicht zuletzt haben Staatsanleihen eine höhere Duration, ohne dass Anleger das zusätzliche Risiko vergütet bekommen. Über die letzten drei Jahre haben Unternehmensanleihen bei weniger als halb so hoher Volatilität eine höhere Rendite erzielt als Staatsanleihen.

Die genannten Pluspunkte in Kombination mit den attraktiven Renditen liefern starke Argumente für Anleger, ein Engagement in Unternehmensanleihen der Emerging Markets zu erwägen.

*Warren Hyland ist Portfolio Manager bei Muzinich & Co in London.

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