Michelle Paradis hat nur ein paar Minuten Zeit. Ständig klingelt ihr ­Mobiltelefon, potenzielle Hauskäufer erkundigen sich bei der Maklerin von John R. Wood Realtors aus Naples im Südwesten Floridas nach neuen Objekten. «Der Markt ist ziemlich abgegrast», sagt Paradis. «Wenn ein interessantes Haus zu einem vernünftigen Preis ins Angebot rutscht, beginnt eine Treibjagd.»

Die Erholung des Häusermarktes in den USA zeigte zuletzt zwar leichte Schwächen. So sank laut Aussage der National Association of Realtors (NAR), des Dachverbands der US-Immobilienmakler, im März die Zahl der bestehenden Eigen­heime, die den Besitzer wechselten, um 0,2 Prozent auf 4,59 Millionen Einheiten. Im Jahresvergleich hingegen kletterte der durchschnittliche Preis eines Eigenheims um satte 7,4 Prozent. Auch NAR-Chefökonom Lawrence Yun sieht den jüngsten Durchhänger nicht als Zeichen eines ­neuerlichen Abschwungs, sondern eher einer vorübergehenden Konsolidierung. Bis zur nächsten Hausse.

Der Immobilienmarkt erlebte eine Renaissance

Sind die Zeiten, da faule US-Hypotheken die weltweite Finanzkrise auslösten, vergessen? Jahrelang lag die Baubranche in den USA am Boden, doch seit Anfang 2013 ist die Stimmung wieder gestiegen. Der Immobilienmarkt erlebte eine Renaissance, von der Politiker und Notenbanker seit langem träumten.

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Die ­Verkaufszahlen – bis auf den leichten Frühjahrsdurchhänger – stiegen, die Preise ­legten zu wie seit 2006 nicht mehr, die Rate der Hausbesitzer im Vergleich zu Mietern nahm zu, die Bauindustrie zog an, Kreditfinanzierer und Heimwerkermärkte meldeten schwarze Zahlen. «Der Immobiliensektor hat sich weiter verbessert», schrieb die Notenbank Fed in ihrem jüngsten ­Bericht zwar gewohnt lakonisch, aber durchaus mit Überzeugung. Manche Ökonomen warnen aber schon wieder vor einer neuen Blase.

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