Die Schweizer Börse hat sich nach dem schwächeren Wochenauftakt am Dienstag auf dem ermässigten Niveau eingependelt. Impulse von Unternehmens- und Konjunkturseite seien rar und angesichts der geopolitischen Spannungen scheuten die Anleger das Risiko, erklärten Marktteilnehmer. Insbesondere der jüngste US-Luftangriff in Syrien und die anstehende französische Präsidentenwahl sorgen für Nervosität und Zurückhaltung. Die Wall Street hatte nach Börsenschluss in Europa ihre Gewinne wieder abgegeben und in Tokio hatte der erstarkte Yen für Kursverluste gesorgt.

Der SMI ermässigte sich um 0,1 Prozent auf 8608 Punkte. Am Montag hatte der Leitindex 0,3 Prozent nachgegeben.

Finanzwerte verlieren

Bei den Standardwerten überwogen die Kursverlierer. Auffallend waren die Givaudan-Aktien mit einem kräftigen Anstieg von 3,2 Prozent. Der Duft- und Aromenhersteller läutete bei den Bluechips die Berichtssaison ein. Übernahmen sorgten im ersten Quartal für Schwung: Der Umsatz des Weltmarktführers wuchs um 7,7 Prozent auf 1,24 Milliarden Franken und damit etwas stärker als von Analysten erwartet. «Mit einem beeindruckenden Wachstum in Nordamerika verlief der Jahresauftakt für Givaudan spektakulär und verdeutlicht das Potenzial des Unternehmens», erklärte Vontobel-Analyst Jean-Philippe Bertschy.

An der Spitze der Verlierer waren Finanzwerte zu finden. Die Aktien der Credit Suisse sanken um 1,2 Prozent, die der UBS büssten 0,9 Prozent ein und die von Julius Bär gaben 0,7 Prozent nach. Einmal mehr braucht eine europäische Grossbank frisches Kapital. Die Banco Popular will sich angesichts hoher Verluste erneut Geld am Kapitalmarkt besorgen. Auch eine Fusion der sechstgrössten spanischen Bank mit einem anderen Institut sei eine Option, sagte der neue Verwaltungsratschef Emilio Saracho am Montag.

Versicherungstitel verlieren

Die Versicherungstitel Zurich Swiss Re und Swiss Life verloren jeweils mehr als ein halbes Prozent.

Bei den konjunkturzyklischen Werten fielen die ABB-Aktien nach einer Verkaufsempfehlung der UBS um 1,0 Prozent. Der Elektrotechnikkonzern ABB besetzt zwei Geschäftsleitungs-Posten neu. China-Chef Chun-Yuan Gu leitet ab Juli die Region Asien, Naher Osten und Afrika (AMEA). Er übernimmt die Position von Frank Duggan, der als Nachfolger von Bernhard Jucker neu die Region Europa verantwortet.

Andere Industrie- und Dienstleistungswerte wie Adecco, LafargeHolcim und Geberit zeigten sich bei geringe Kursausschlägen uneinheitlich. Die Aktien der beiden Luxusgüter-Hersteller Richemont und Swatch zogen mit 1,3 und 1,5 Prozent Plus kräftig an. Weltmarktführer LVMH steigerte den Umsatz im ersten Quartal stärker als im Markt erwartet.

Sika-Aktien im Minus

Die als krisensicher geltenden Index-Schwergewichte waren vergleichsweise stabil. Die Anteile von Nestle und Roche gaben leicht nach, während die Novartis-Aktien leicht vorrückten.

Am breiten Markt rutschten die Sika-Aktien nach einer festeren Eröffnung rasch ins Minus und notierten um 0,8 Prozent tiefer. Das im Übernahmekampf steckende Bauchemieunternehmen steigerte den Umsatz im ersten Quartal um neun Prozent auf 1,39 Milliarden Franken. Am Nachmittag hält Sika die Generalversammlung ab.

Die AMS-Anteile fielen um 6,1 Prozent. UBS hat die Empfehlung für die Chip- und Sensorfirma auf «Neutral» von «Buy» gesenkt.

(reuters/cfr/jfr)