Immer das gleiche Spiel. Steigt die Unsicherheit, dann steigt auch das Interesse vor allem der institutionellen Anleger an Gold. Das konnte man vor wenigen Tagen erneut beobachten. In der letzten Februarwoche kam es bei grossen Terminspekulanten zu einem deutlichen Anstieg der offenen Kontrakte auf Gold. Die Netto-Long-Position, diese zeigt an, dass Anleger steigende Preise beim Edelmetall erwarten, nahm in wenigen Tagen um rund 10 Prozent zu.

Auch der Goldpreis ging nach oben. Die Notierung stieg vergangene Woche auf den höchsten Stand seit vier Monaten. Damals, Anfang November, war Gold ebenfalls deutlich gestiegen. Damals gab es auch Unsicherheit, nämlich die bevorstehende Präsidentschaftswahl in USA und die Frage: Wer wird der nächste US-Präsident? Nachdem das am 9. November geklärt war, ging der Goldpreis fünf Wochen lang nach unten und fiel dabei auf das tiefste Niveau seit Anfang 2016.

Anleger warten gespannt auf den 15. März....

Die Unsicherheit der letzten Tage erklärt sich in der ersten Rede des US-Präsidenten Donald Trump vor dem amerikanischen Kongress. Nicht nur Politiker, sondern auch Börsianer waren gespannt, was der Staatschef sagen würde. Da kam am Mittwoch nichts weltbewegend Neues und damit war auch die Spannung und Unsicherheit weg, Goldspekulanten konnten das Edelmetall, als sicheren Hafen, wieder beruhigt verlassen.

Der Kurs hat seither etwa 2 Prozent an Wert verloren. Allerdings könnte es schon in wenigen Tagen zum erneuten Preisauftrieb beim Edelmetall kommen. Denn die – politische – Unsicherheit am Markt ist längst nicht weg und könnte ganz schnell aufflammen: In Europa, der EU, stehen in zwei Wochen am 15. März wichtige Wahlen an und die könnten ein Wegweiser dafür sein, wie es mit der europäischen Gemeinschaft weitergeht.

… und Frankreich wählt am 23. April

Die Parlamentswahlen stehen vor allem im Fokus von Geert Wilders, der den Austritt der Niederlande aus der EU anstrebt. Ein unerwartet gutes Wahlergebnis für den Politiker könnte erneut für Unruhe auch bei Anlegern und damit steigende Goldnotierungen sorgen. Dann nur wenige Wochen später am 23. April kommt es in Frankreich zum ersten Wahlgang für das Amt zum Präsidenten. Auch in Frankreich kandidiert mit Marie Le Pen eine Politikerin, die der EU kritisch gegenüber steht. Ein Erfolg der Frau könnte die Unsicherheit erneut antreiben.

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Aber auch das Flüchtlingsthema der EU ist lange nicht vom Tisch und da gibt es hinsichtlich gemeinsamer Strategie noch viele Fragenzeichen. Die Abhängigkeit vom türkischen Präsidenten Erdogan könnte ganz schnell zum Bumerang werden und auch die von der deutschen Kanzlerin Angela Merkel für ihren Flüchtlingspakt angestrebten Deals mit den Staatschefs von Ländern Nordafrikas sind lange nicht in trockenen Tüchern.

Gold: Keine Angst vor dem Zinsanstieg…

Da gibt es also schon viel politische Unsicherheit alleine in Europa, die kurzfristig höhere Goldnotierungen bringen könnten. Zwar kommt immer wieder Störfeuer seitens der Zinsentwicklung. Steigende Leitzinsen der Notenbank in USA wären nämlich tendenziell schlecht für Gold. Da aber die Inflationsrate in den Staaten möglicherweise schneller zulegen kann, als die US-Notenbank an der Zinsschraube drehen wird, würden die Realzinsen sogar fallen. Und das wäre dann gut für Gold. Immerhin: Sollte der neue US-Präsident Trump mit seiner geplanten Steuersenkung und Infrastrukturprogrammen einen Boom auslösen in den Staaten, könnte die Inflation ganz kräftig steigen.

Mit einem Call (ISIN: CH0307665981, Laufzeit endlos, Bezugsverhältnis 100:1, Knock-out und Basispreis jeweils 1118,16 Dollar, nicht währungsgesichert) setzen Anleger aber schon kurzfristig darauf, dass Gold durch die Wahlen in den Niederlanden und Frankreich im März und April weiter beflügelt wird.

… und eine vielversprechende Charttechnik

Zudem besteht sogar noch charttechnische Phantasie. So notiert das Edelmetall jetzt wieder an der unteren Begrenzungslinie des Aufwärtstrends von Ende Dezember. Von dort konnte Gold in den letzten zwei Monaten schon wiederholt nach oben abprallen und sich so Stück für Stück in immer höhere Kursregionen vorarbeiten. Schon ein kleiner Goldpreisanstieg um 2 Prozent auf ein neues Jahreshoch von 1260 Dollar würde beim Call mit seinem aktuellen 10er-Hebel ein Plus von rund 10 Prozent bringen.

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