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Währung
Was treibt den US-Dollar?

Mit Trumps fiskalpolitischen Massnahmen ist ein US-Wirtschaftswachstum zu erwarten. Keystone

Fünftes Bullenjahr für den US-Dollar? Scheint so – zumindest laut Trumps Plänen und einer möglichen Straffung durch die FED. Währungen anderer Industrienationen könnten unter Druck geraten.

Von Paresh Upadhyaya*
am 23.02.2017

Für den US-Dollar könnte 2017 das fünfte Bullenjahr in Folge werden. Dafür sprechen sowohl die fiskalpolitischen Pläne der Trump-Administration als auch eine mögliche Straffung der Geldpolitik der Federal Reserve.

Die Währungen anderer Industrienationen könnten hingegen im Zuge der geplanten Repatriierung von Steuergewinnen US-amerikanischer Unternehmen unter Druck geraten.

Fiskalpolitik und US-Dollar

Die Fiskalpolitik kann einer der stärksten Treiber einer Rally des US-Dollars werden wird. Damit ist sie der Faktor mit dem grössten Aufwärtspotenzial für die Währung: Die positive Beziehung zwischen der US-Währung und fiskalpolitischen Massnahmen belegen bereits frühere Dollar-Bullenmärkte, beispielsweise in den Jahren 1981 bis 1986 sowie 1997 bis 2002. Diesmal beabsichtigt die Trump-Administration, einen ambitionierten Plan umzusetzen, der Infrastrukturausgaben von rund einer Billion Dollar und eine Reduzierung der Unternehmenssteuern von 35 Prozent auf 15 Prozent vorsieht. Schätzungen des Center for Budget Responsibility gehen davon aus, dass diese Massnahme auf Sicht von zehn Jahren rund sechs Billionen Dollar kosten könnte, das BIP-Wachstum jedoch zwischen 1,25 Prozent und 1,5 Prozent im Jahr steigern würde.

Die Erfahrung zeigt, dass sich fiskalpolitische Massnahmen in vielfacher Hinsicht auswirken: zu erwarten ist ein überdurchschnittliches US-Wirtschaftswachstum. Dadurch dürften sich auch die Wachstumsunterschiede innerhalb der G10-Länder ausweiten. Unser Makro-Team vertritt die Ansicht, dass ein überdurchschnittliches US-Wachstum über mehrere Quartale anhalten könnte und somit auch die Zentralbank zu einer schnelleren Straffung der Geldpolitik veranlassen könnte.

Erklärtes Ziel: Steuern heimholen

Zusätzlich wird es offenbar ein Programm zur Repatriierung von Unternehmenssteuern geben. Ein Art Steueramnestie («One-off tax holiday») soll global operierenden Unternehmen Anreize bieten, die Steuern wieder in den USA zu zahlen. Wir glauben, dies könnte – nimmt man historische Beispiele als Grundlage – rund 30 Prozent der 2,5 bis 3 Billionen Dollar an Gewinnen, die US-Unternehmen im Ausland halten, wieder in die Vereinigten Staaten zurückbringen: eine Summe von rund 780 Milliarden Dollar.

Mit Blick auf den Anteil der Gewinne in Nicht-Dollar-Währungen – laut Konsensschätzung von Währungsstrategen etwa 20 Prozent –, halten wir besonders Gewinne in Euro, kanadischem Dollar, britischem Pfund, Schweizer Franken, mexikanischen Peso sowie Yen für «repatriierungsanfällig».

 

*Paresh Upadhyaya, Director of Currency Strategy, Pioneer Investments
 

 

 

 

 

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