Liquiditätsengpass – diese Kredite stehen jetzt bereit


Die Lieferanten stellen Rechnungen, Löhne wollen bezahlt sein, und es kommt kein Geld mehr rein – das ist jetzt die Realität vieler KMU. Das Massnahmenpaket des Bundes zur Soforthilfe im Umfang von 20 Milliarden verhilft den Unternehmen rasch zu Geld. Berechtigt sind grundsätzlich alle im Handelsregister eingetragenen Unternehmen.
 

So funktioniert es: Sie erhalten von Ihrer Hausbank Kredite bis zu 10 Prozent Ihres Umsatzes oder bis maximal 20 Millionen Franken. Für diese Überbrückungskredite übernimmt der Bund eine Bürgschaft. Sprich: Der Bund trägt das Risiko.

Es gibt zwei Arten von Krediten: Covid-19 und Covid-19 Plus. Bei beiden Programmen laufen die Fäden bei Ihrer Hausbank zusammen: Diese informiert, prüft die Anträge und zahlt die Beträge aus – unkompliziert und unbürokratisch. Anträge für Covid-19-Kredite können noch bis zum 31. Juli 2020 gestellt werden.

Covid-19-Kredit – bis 500’000 Franken

Für diese Überbrückungskredite von maximal 500’000 Franken bürgt der Bund zu 100 Prozent. Rund 90 Prozent der Unternehmen dürften damit abgedeckt sein. Und das sind die Bedingungen:

  • Zinssatz: 0,0 Prozent (der Bund kann den Satz einmal jährlich, erstmals per 31. März 2021, an die Marktentwicklung anpassen)
  • Keine Gebühren
  • Kreditsumme: maximal 10 Prozent des letztjährigen Umsatzes
  • Laufzeit: 5 Jahre


Achtung: Wer auf dem Formular falsche Angaben macht, kann wegen Betrug und Urkundenfälschung mit bis zu 100’000 Franken belangt werden.

So reichen Sie das Gesuch für Ihren Covid-19-Kredit ein
 

  • Hier finden Sie alle Informationen sowie den Kreditantrag zum Herunterladen. Füllen Sie alle verlangten Felder aus und drucken Sie das PDF aus.
  • Unterschreiben Sie den Antrag.
  • Scannen Sie den Antrag ein und schicken Sie ihn per E-Mail an Ihre Bank oder senden Sie das Dokument per Briefpost.
  • Die Bank prüft die Vereinbarung. Wenn sie komplett ist, wird Ihnen das Geld direkt von der Bank ausgezahlt. Das geschieht so rasch wie möglich – im Idealfall innert 30 Minuten.
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Quelle: Eidgenössisches Finanzdepartement

Covid-19-Kredit Plus – für höhere Beträge

Es geht um Summen zwischen 500’000 und 19,5 Millionen Franken. Bei diesen Überbrückungskrediten verlangen die Banken aufwendigere Kreditanträge und Überprüfungen. Der Bund bürgt hier für 85 Prozent der Summe, die anderen 15 Prozent sind das Risiko der Bank. Die Bedingungen (Details erfahren Sie bei Ihrer Bank):

  • Zinssatz: 0,5 Prozent für die vom Bund garantierten 85 Prozent des Kredits (der Bund kann den Satz einmal jährlich, erstmals per 31. März 2021, an die Marktentwicklung anpassen)
  • Zinssatz auf den restlichen 15 Prozent: je nach Bank
  • Keine Gebühren
  • Kreditsumme: maximal 10 Prozent des letztjährigen Umsatzes
  • Laufzeit: 5 Jahre


Wichtig: Sie müssen zuerst eine Vereinbarung für den Covid-19-Kredit einreichen, bevor Sie den Antrag für den Covid-19-Kredit Plus für eine Summe über 500’000 Franken stellen können.
 

So reichen Sie das Gesuch für Ihren Covid-19-Plus-Kredit ein

  • Hier finden Sie alle Informationen sowie den Kreditantrag zum Herunterladen. Füllen Sie alle verlangten Felder aus und drucken Sie das PDF aus.
  • Unterschreiben Sie den Antrag.
  • Scannen Sie den Antrag ein und schicken Sie ihn per E-Mail an Ihre Bank oder senden Sie das Dokument per Briefpost.
  • Die Bank prüft die Vollständigkeit des Antrags und leitet ihn an die Bürgschaftsorganisation.
  • Nachdem die Bürgschaftsorganisation den Kredit freigegeben hat, wird das Geld von der Bank ausgezahlt.
     

Gut zu wissen

Wenn Sie einen der beiden Überbrückungskredite in Anspruch nehmen,

  • dürfen Sie keine weiteren Kredite aus einem Solidaritätsfonds – etwa von einem Kanton – beantragen,
  • dürfen Sie keine weiteren laufenden Kreditanträge bei einer Bank haben,
  • muss Ihr Unternehmen vor dem 1. März 2020 bestanden haben,
  • darf Ihr Betrieb nicht in einem Liquidationsverfahren stecken.
  • muss Ihr Unternehmen durch die Pandemie erheblich beeinträchtigt sein.

Die Finanzspritze des Bundes darf nur zweckgebunden eingesetzt werden, um den Liquiditätsengpass zu überwinden. Nicht erlaubt ist es, das Kapital zur Auszahlung von Tantiemen, Dividenden oder zur Rückerstattung von Kapitaleinlagen und Gruppendarlehen oder für Investitionen zu verwenden.

Alle Informationen zur Abwicklung der beiden Unterstützungsprogramme finden Sie auf der Website des Bundes «Überbrückungskredite für Unternehmen».

Die Banken, die Covid-19-Kredite gewähren, finden Sie hier.

Zusätzliche Unterstützung von Banken und Postfinance

Zusätzlich zu den Überbrückungskrediten des Bundes hat eine Reihe von Banken – etwa die Postfinance und verschiedene Kantonalbanken – eine weitergehende Unterstützung von KMU in ihrer Marktregion angekündigt, zum Beispiel:

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  • Überbrückungshilfen
  • Zinslose Darlehen
  • Aussetzung der Amortisation von Krediten
  • Soforthilfen

Fragen Sie Ihre Hausbank danach. Wenn es dann zum Gespräch mit der Bank kommt, lohnt es sich, sich gut darauf vorzubereiten. Stellen Sie folgende Informationen zusammen, damit sich die Bank ein realistisches Bild von Ihrem Unternehmen machen kann:

  • Kalkulieren Sie, wie hoch die Umsatzeinbussen nach Beginn der Corona-Krise sind.
  • Listen Sie auf, mit welchen weiteren Einbussen Sie für die kommenden drei und sechs Monate rechnen.
  • Prüfen Sie, ob Sie Lohnkosten mit Kurzarbeit reduzieren können. Informieren Sie die Bank, falls Sie den Antrag bereits gestellt haben oder er schon bewilligt wurde. Nehmen Sie die Kopien der Dokumente (Antrag/Bescheid) zum Bankgespräch mit.
  • Prüfen Sie, ob sich die Miete reduzieren lässt. Bitten Sie den Vermieter um eine komplette oder teilweise Stundung der Zahlungen. Nehmen Sie seine Antwort zum Gespräch mit.
  • Sprechen Sie die Bank darauf an, ob es möglich wäre, den Zins auf bereits bestehende Kredite zu stunden.

Wir halten Sie und Ihr KMU auf dem Laufenden.

Urs Gysling, Leiter Beobachter-Edition

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