Bürgschaftsgenossenschaften anfragen

Es besteht die Möglichkeit, einen Bankkredit bei einer Bürgschaftsgenossenschaft abzusichern. In der Schweiz gibt es vier regionale Bürgschaftsgenossenschaften: die Bürgschaft Westschweiz, die BG Mitte, die BG Ost-Süd und die in der ganzen Schweiz tätige BG SAFFA, die sich an Unternehmerinnen richtet.

Mehr zu den Bürgschaftsgenossenschaften finden Sie hier.

Mietzinskosten reduzieren

Versuchen Sie, von Ihrem Vermieter eine Reduktion oder einen Aufschub des Mietzinses (oder beides) zu erwirken.
 

Das ist neu in der Corona-Krise

  • Es gibt Vermieter, die wegen der Corona-Krise ihren Mietern den Mietzins vorübergehend erlassen, bis sie das Geschäft wieder öffnen und Umsatz generieren können. Dies schlägt etwa der Mieterverband Ostschweiz vor.
  • Der Schweizerische Hauseigentümerverband (HEV) rät den Vermietern der betroffenen Geschäfte zu alternativen Lösungen: Sie könnten Ratenzahlungen ermöglichen oder längere Zahlungsfristen gewähren.
     

Schreiben Sie dem Vermieter einen Brief. Erklären Sie darin, wie sich die erzwungene Geschäftsschliessung auf Ihr Geschäft auswirkt, und bitten Sie ihn um ein Entgegenkommen: Das kann vorübergehende Erlassung, eine Reduktion oder einen Aufschub des Mietzinses sein. Eine Vorlage finden Sie hier: zum Download

Tipp: Prüfen Sie, ob Sie Teile der Mieträumlichkeiten, die Sie gegenwärtig nicht zwingend benötigen, kündigen können, zum Beispiel Aussenlager, Keller oder Garagen. Damit reduzieren Sie unnötige Fixkosten.
 

Gut zu wissen: Der Bundesrat hat die Nachfrist bei Verzug mit der Mietzinszahlung von 30 auf 90 Tage verlängert. Der Vermieter kann Ihnen also eine Kündigung wegen Zahlungsverzug erst nach drei Monaten schicken. Das gilt für Mieten und Nebenkosten, die zwischen dem 13. März und dem 31. Mai 2020 fällig werden – aber nur, wenn Sie aufgrund von behördlich angeordneten Massnahmen zur Bekämpfung des Coronavirus in Rückstand geraten.

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Update vom 8. Juni 2020

Der Ständerat ist am 8. Juni dem Entscheid des Nationalrats gefolgt und hat einer nachträglichen Reduktion der Geschäftsmieten zugestimmt. Geschäftsbetreiber sollen ihren Vermieter für die Dauer der behördlichen Schliessung nur 40 Prozent der Miete schulden, die restlichen 60 Prozent trägt der Vermieter. Die Regelung soll für Mieten von bis zu 20000 Franken im Monat gelten. Bei einem Mietzins zwischen 15000 und 20000 Franken können Mieter wie auch Vermieter auf diese Lösung verzichten. Betriebe, die ihre Aktivitäten reduzieren mussten, sollen in begrenztem Umfang ebenfalls von einer Ermässigung profitieren können. Für Vermieter soll der Bundesrat einen Härtefallfonds von 20 Millionen Franken vorsehen. Bereits getroffene Vereinbarungen zwischen Mietparteien sollen ihre Gültigkeit behalten. Der Bundesrat hat nun den Auftrag ein entsprechendes Gesetz auszuarbeiten.

Weitere Kosteneinsparungen

  • Leasing prüfen: Klären Sie, ob Sie zum Beispiel eine Werkhalle nachträglich leasen können, um sich so Liquidität zu beschaffen.
  • Mietkaution verflüssigen: Durch den Abschluss einer Mietkautionsversicherung können Sie die hinterlegte Mietkaution flüssig machen. Vergleichen Sie die Angebote. Aber Achtung: Die Mietkautionsversicherung ist keine Haftpflichtversicherung, sondern eine Bürgschaft des Versicherers. Zudem generiert die Versicherung neue Kosten. Wägen Sie ab, wie dringend Ihr Liquiditätsbedarf ist.
  • Aufschub: Ersuchen Sie Ihre Lieferanten um eine Stundung der ausstehenden Beträge. Einen Versuch ist es wert. Eine Briefvorlage finden Sie hier: zum Download
  • Darlehen: Prüfen Sie die Möglichkeit, Überbrückungsdarlehen in Ihrem privaten Umfeld aufzunehmen. Dabei sollten Sie unbedingt einen Darlehensvertrag aufsetzen, in dem Laufzeit, Rückzahlungsmodus und Verzinsung festgehalten sind. Eine Vorlage finden Sie hier: zum Download. Oder klären Sie ab, ob im Notfall auch das Darlehen eines Online-Kreditanbieters in Frage kommt. Prüfen Sie aber unbedingt die Konditionen und lassen Sie sich nach Möglichkeit von einer unabhängigen Stelle, etwa von Ihrem Treuhänder, beraten.

Zahlungserleichterungen bei Sozialversicherungen und Steuern


Viele KMU tragen gerade jetzt schwer an den finanziellen Belastungen durch die Sozialversicherungsbeiträge und die Mehrwertsteuer. Auch hier gibt es Erleichterungen:
 

  • Zahlungsaufschub AHVVon der Krise betroffene Unternehmen können sich bei den AHV-Ausgleichskassen melden, um einen vorübergehenden zinslosen Zahlungsaufschub für die Beiträge an die Sozialversicherung (AHV/IV/EO/ALV) zu erhalten.
  • Verzicht auf VerzugszinsenVom 21. März bis 31. Dezember 2020 verzichtet die Eidgenössische Steuerverwaltung auf Verzugszinsen. Wer die Mehrwertsteuer, die besondere Verbrauchssteuer, Lenkungsabgaben und Zollabgaben verspätet bezahlt, schuldet keinen Verzugszins. Ausgenommen sind Verrechnungsabgaben und Stempelsteuer. Einen Verzicht auf Verzugszinsen garantiert der Bund ebenso bei der Direkten Bundessteuer (ab 1. März bis 31. Dezember 2020).

Achtung: Die Fristen der Steuererhebung bleiben unverändert, es sind aber Zahlungserleichterungen vorgesehen. Ist eine Zahlung innert Frist mit einer erheblichen Härte verbunden, kann die Steuerbehörde auf Gesuch hin Stundungen oder Ratenzahlungen bewilligen (mehr dazu auf der Website der Eidgenössischen Steuerverwaltung).

Aktivierung der Arbeitgeberbeitragsreserve bei der Pensionskasse

Wenn Sie eine Arbeitgeberbeitragsreserve (AGBR) für die Pensionskassenbeiträge eingerichtet haben, können Sie diese Reserven jetzt nutzen: Seit 26. März 2020 ist es während der nächsten sechs Monate möglich, diese Reserven für die Bezahlung der gesamten BVG-Prämien zu verwenden. Möchten Sie dies tun, müssen Sie das Ihrer Vorsorgeeinrichtung schriftlich mitteilen. Das Vorsorgereglement oder der Anschlussvertrag müssen dafür nicht geändert werden.

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Wir halten Sie und Ihr KMU auf dem Laufenden.

Urs Gysling, Leiter Beobachter-Edition

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