Erstmals seit 2005 investierten ausländische Investoren weniger in der Schweiz: Im vergangenen Jahr flossen nur noch 52 Milliarden Franken an Direktinvestitionen ins Land – ein Jahr zuvor war es mit 106 Milliarden noch doppelt so viel gewesen.

Der Grund: Die Steuerreform in den USA. Denn danach holten US-Konzerne ihr Eigenkapital aus Schweizer Tochterfirmen teilweise wieder zurück. Zur Vermeidung von Gewinnsteuern und so hatten zuvor viele US-Firmen die hier erzielten Gewinne in der Schweiz belassen. Am stärkten davon betroffen waren Finanz- und Holdinggesellschaften, wie die Schweizerische Nationalbank (SNB) mitteilt.

Insgesamt addieren sich die ausländischen Direktinvestitionen in der Schweiz derzeit auf rund 1,3 Billionen Franken. Die Gelder kommen primär aus der EU – ihr Anteil liegt bei 84 Prozent. Nur 6 Prozent des ausländischen Kapitals kommt aus den USA

Schweizer Auslandsinvestitionen steigen

Schweizer Unternehmen investierten im vergangenen Jahr 61 Milliarden Franken im Ausland. Dies waren doppelt so viel wie 2017 – damals hatte der Betrag 30 Milliarden Franken betragen. Das meiste Geld stammte aus dem Dienstleistungssektor. Insbesondere Handelsunternehmen sowie Finanz- und Holdinggesellschaften bauten demnach ihr finanzielles Engagement im Ausland aus und erwarben Beteiligungen.

Insgesamt stieg der Bestand der Schweizer Auslandsinvestitionen damit auf fast 1,5 Billionen Franken. Am meisten wurde in Europa investiert (64 Milliarden Franken), und dabei insbesondere in Irland, Luxemburg sowie Grossbritannien. Europa macht damit 59 Prozent aller Schweizer Auslandsinvestitionen aus.

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Auch die Investitionen in Südamerika (18 Milliarden) und Asien (5 Milliarden) stiegen 2018. In den USA zeigten sich Schweizer Firmen hingegen weniger investitionsfreudig – unterm Strich zogen sie 12 Milliarden Franken ab. 

Die Schweizer Unternehmen, welche im Ausland investieren, beschäftigen im Ausland rund 2,1 Millionen Menschen, fast die Hälfte davon in Europa und ein Viertel in Asien. Auch die ausländischen Investoren sind mit mehr als einer halben Million Beschäftigten wichtige Arbeitgeber in der Schweiz

(mlo)