Der Klimawandel kostet die weltweite Wirtschaft bis 2050 knapp acht Billionen US-Dollar. Die Untersuchung des britischen Marktforschungsunternehmens Economist Intelligence Unit (EIU) überprüfte, welche Verluste für die jeweiligen Länder mit der Erderwärmung und den häufiger werdenden Wetterextremen verbunden sind. Besonders anfällig ist demnach Afrika, wo bis 2050 im Durchschnitt knapp fünf Prozent der Wirtschaftsleistung durch den Klimawandel in Gefahr sind.

Von den untersuchten Ländern droht Angola demnach mit bis zu 6,1 Prozent der grösste Rückgang des Bruttoinlandsprodukts. Als Gründe werden mangelnde qualitativ gute Infrastruktur, die geografisch bedingte Anfälligkeit für schwere Dürren, Bodenerosion und ein steigender Meeresspiegel genannt. Die Landwirtschaft ist in Angola der grösste Arbeitgeber.

Ärmere Länder trifft es härter

«Reich zu sein, ist von Bedeutung», sagte EIU-Forscher John Ferguson der Nachrichtenagentur AFP. Reichere Länder seien besser in der Lage, sich gegen die Folgen des Klimawandels zu wappnen. Während Entwicklungsländer versuchten aufzuschliessen, gefährde der Klimawandel ihre «Wachstumswege».

Der Analyse zufolge könnte bis 2050 auch die Wirtschaft in Nigeria, Ägypten, Bangladesch und Venezuela deutlich unter den Folgen der Erderwärmung leiden. Auch Russland drohe bis zur Mitte des Jahrhunderts ein Rückgang der Wirtschaftsleistung um fünf Prozent. Die USA, die sich unter Präsident Donald Trump aus dem Pariser Klimaabkommen zurückgezogen haben, gehören in der Studie dagegen zu den am wenigsten betroffenen Ländern.

Die internationale Gemeinschaft hatte sich im Pariser Klimaabkommen von 2015 auf das Ziel geeinigt, die Erderwärmung auf ein beherrschbares Mass von deutlich unter zwei Grad im Vergleich zum vorindustriellen Zeitalter zu begrenzen, möglichst aber auf 1,5 Grad. Um dies zu erreichen muss der Ausstoss an klimaschädlichen Treibhausgasen drastisch gesenkt werden.

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Da die Weltwirtschaft unter dem Klimawandel leiden werde, sei es nicht die Frage, ob «jetzt oder später» gehandelt werden müsse, sagte Ferguson. «Wir müssen beides tun.» Entwicklungsländer seien dabei auf Unterstützung angewiesen. Er forderte eine «koordinierte globale Anstrengung».

(sda/tdr)