«Ein kräftiger Aufholprozess ist nicht sichtbar», heisst es zugleich. «Noch immer können große Mengen an Waren in den Seehäfen nur verzögert umgeschlagen werden», heisst es im vom Kiel Institut für Weltwirtschaft (IfW) ermittelte Barometer für den globalen Warenaustausch

Für Deutschland signalisiert der Indikator für Dezember mit minus 2,5 Prozent eine negative Exportentwicklung, während die Importe mit 1,6 Prozent im Wachstumsbereich bleiben. Für die EU insgesamt sind die Vorzeichen umgekehrt: Die Exporte dürften zulegen, die Importe schrumpfen. «Die Werte bewegen sich allerdings in einer Bandbreite, die für Stagnation steht», hiess es dazu.

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Nach negativen Vorzeichen für Chinas Handel in den Vormonaten zeigt das Barometer nun eine Seitwärtsbewegung an. In den USA zeichnet sich eine positive Entwicklung an den dortigen Häfen ab. «Nach dem Weihnachtsgeschäft scheint der Druck auf die Häfen Los Angeles und Savannah leicht abzunehmen, die Schiffsstaus bauen sich dort ab», hieß es dazu. Da jedoch weiterhin etwa elf Prozent der verschifften Güter in gestauten Schiffen gefangen seien, dürften sich die Staus nur auf andere Häfen und Gebiete verlagern.

«Wie sich schon vorher andeutete, sind um den Jahreswechsel keine deutlichen Aufholeffekte im Welthandel erkennbar», sagte IfW-Experte Vincent Stamer zusammenfassend. «Auf eine Normalisierung des Seefrachtverkehrs werden wir wohl noch mindestens bis nach dem chinesischen Neujahrsfest warten müssen» Besonderes Augenmerk müsse auf die chinesischen Häfen gerichtet werden. «Sollte China wieder drastisch mit Hafenschließungen auf neue Corona-Fälle reagieren, könnte das die Lieferketten erneut unter Stress setzen», sagte Stamer

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