Die durch die Covid-19-Pandemie erwartete Rezession dürfte die Schweizer Regionen in unterschiedlichem Masse treffen. Besonders belastet sei die Wirtschaft im Jurabogen, der Ostschweiz und in den Bergregionen, schreiben die Ökonomen der UBS in einer Studie am Freitag. Aber auch die Zentren bleiben nicht verschont.

Die UBS-Volkswirte gehen wie andere Experten davon aus, dass der grösste Einbruch der Bruttowertschöpfung in den tourismusbezogenen Branchen zu erwarten sei. Hier wird ein Minus zum Vorjahr von bis zu 35 Prozent erwartet. Relativ stark betroffen seien auch die Uhrenindustrie, die Unterhaltungsbranche und die Anbieter persönlicher Dienstleistungen. Die Auswirkungen auf Dienstleister und Industriebetriebe werden etwa gleich gross erwartet, wobei bei der Industrie aber eine grössere Widerstandsfähigkeit angenommen wird.

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Das regionale Bild ergebe sich anhand der unterschiedlich stark vertretenen Branchen. So verfüge der Jurabogen über ein Cluster in der stark tangierten Uhrenindustrie. In der Ostschweiz sei mit einem Rückgang vor allem dort zu rechnen, wo es einen hohen Beschäftigungsanteil in Industriebranchen gebe. Der Einbruch in der Tourismusbranche dürfte vor allem in den Bergregionen in den Kantonen Graubünden und Wallis zu spüren sein.

Diese Branchen sind gefährdet

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In den Grosszentren Zürich, Bern und Basel-Stadt sei der Beschäftigungsanteil in den stark exponierten Branchen geringer. Mit immerhin noch jeweils rund einem Drittel der Beschäftigten werde die Rezession aber auch hier zu spüren sein.

Coronakrise nach Kantonen

Arbeitskräfte gehen in der Krise verloren: Anteil Vollzeitäquivalente in den am stärksten betroffenen Branchen.

Quelle: UBS

Erholung erst ab dem vierten Quartal

Der Zenit der Corona-Pandemie dürfte in der Schweiz überschritten sein, heisst es in der Studie des UBS Investment Research weiter. Das habe den Bundesrat zu der schrittweisen Lockerungen der Massnahmen veranlasst und in den kommenden zwei Monaten wird ein schrittweiser Abbau der Restriktionen erwartet.

Über den Sommer rechnen die Autoren mit einer Stabilisierung, aber noch nicht mit einer Normalisierung der Lage. Erst ab dem vierten Quartal 2020 und im Jahr 2021 dürfte sich die Wirtschaft nachhaltig erholen.

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(awp/mlo)