Die Corona-Pandemie hält die Welt in Atem. Italien hat seine Wirtschaft weitgehend stillgelegt, um die Ausbreitung des Virus in den Griff zu bekommen. Hierzulande berät der Bund über schärfere Massnahmen.

Ein umfassender Shutdown nach italienischem Vorbild würde in der Schweiz auf der Produktions- und Einkommensseite monatlich bis zu 30 Milliarden Franken kosten, schätzen die Experten von Avenir Suisse

Die Denkfabrik hat die Kosten berechnet für den Fall, dass der Bundesrat jede nicht-essenzielle Produktion unterbinden und alle nicht lebensnotwendigen Betriebe hierzulande schliessen würde. Resultat: 27 bis 30 Milliarden Franken pro Monat. Eine ähnliche Summe deutete sich zuvor schon aus Gesprächen mit der Wirtschaft an. 

27 Milliarden für Kurzarbeit und Überbrückungskredite

Käme es zu dieser Eskalation, müsste der Staat jeden Monat rund 14 Milliarden Franken für Kurzarbeit ausgeben. Fast ebenso viel müsste der Bund zudem für Überbrückungskredite an Unternehmen zahlen. In der Summe wären das mehr als 27 Milliarden Franken.

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BIP halbiert sich

Zudem würde die Wertschöpfung wegbrechen, und zwar um monatlich fast 29 Milliarden Franken oder rund 4 Prozent der Bruttoinlandsprodukts (BIP), das in der Schweiz erwirtschaftet wird. Hochgerechnet auf ein Jahr entspräche dies mehr als der Hälfte aller in der Schweiz produzierten Waren und Dienstleistungen. Das Jahres-BIP lag zuletzt bei etwa 690 Milliarden Franken.

«Ein umfassender Shutdown käme einer weitgehenden Stilllegung der Wirtschaft gleich. Das hätte ausserordentlich hohe volkswirtschaftliche Folgekosten und wirtschaftliche Verwerfungen zur Folge», warnen die Experten. Sie plädieren stattdessen für gezieltere Massnahmen, welche die Wirtschaftstätigkeit der Schweiz aufrechterhalten. 

(mlo)

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