Die Zahl der gemeldeten Arbeitslosen ist in Spanien auf 4,8 Millionen gestiegen. Dies ist der höchste Wert seit Beginn der Erhebungen im Jahr 1996. Wie das Arbeitsministerium am Montag mitteilte, meldeten sich im Oktober knapp 130'000 Personen zusätzlich arbeitslos.

Damit stieg die Arbeitslosenzahl im Vergleich zu September um 2,7 Prozent. Verglichen mit dem Stand im Oktober des Vorjahres erhöhte sich die Zahl der Arbeitslosen um 10,8 Prozent. Die Zunahme wurde vor allem auf das Ende der Reisesaison zurückgeführt.

Das Ministerium ermittelt keine Arbeitslosenquote und berücksichtigt in seiner Statistik allein die bei den Arbeitsämtern gemeldeten Arbeitslosen.

Krise in Spanien längst nicht vorbei

Das Nationale Statistik-Institut (INE), das bei seinen Erhebungen eine andere Methode benutzt, hatte Ende Oktober die Zahl der Arbeitslosen für das dritte Quartal 2012 auf knapp 5,8 Millionen beziffert. Die Arbeitslosenquote belief sich demnach auf 25,0 Prozent, dem höchsten Wert seit 1977.

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Die Krise in Spanien dürfte noch länger nicht ausgestanden sein. Die EU-Kommission sagt dem Land einem Medienbericht zufolge jedenfalls für 2013 einen stärkeren Konjunktureinbruch voraus als ihn die Regierung in Madrid erwartet.

Das Bruttoinlandsprodukt wird demnach um 1,5 Prozent fallen, berichtete die Tageszeitung «El Pais» unter Berufung auf den Entwurf der Kommission, die ihre Schätzungen am Mittwoch vorlegt. Die Regierung geht nur von einem Minus von 0,5 Prozent aus.

(rcv/aho/sda)