In den USA ist die Berufslehre kaum verbreitet. Das will die Regierung Donald Trumps ändern. Vor zwei Jahren hat der Präsident seine Kampagne für die Förderung der Lehrlingsausbildung gestartet. Am Montag verlieh das Arbeitsministerium der Initiative neuen Schub. Es will der Privatwirtschaft ermöglichen, eigene Ausbildungsgänge zu schaffen. Zusätzlich spricht das U.S. Departement of Labour Kredite in Höhe von mehreren hundert Millionen Dollar für die Berufslehre.

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Als Vorbild für das System der «Apprenticeships» dient den USA die Schweiz: Seit 2015 arbeiten die beiden Länder bei der Berufslehre zusammen. Rund dreissig Schweizer Unternehmen bilden in den USA Lehrlinge aus, etwa die Maschinenhersteller Bühler, Dätwyler und Feintool sowie der Versicherungskonzern Zurich.

Die Zusammenarbeit ist vor allem mit der Person von Johann Schneider-Ammann verknüpft: Der alt Bundesrat gilt als grosser Fürsprecher für die Schweizer Berufslehre.

Mit viel Enthusiasmus weibelte er als Wirtschaftsminister im Ausland für das duale Bildungssystem - seit 2010 ein offizielles Ziel der Schweizer Aussenpolitik. Die Schweiz geniesse viel Goodwill wegen des Know-how-Transfers in der Berufsbildung, sagte er im Interview mit der «Handelszeitung».

In den USA weckte Schneider-Ammann auch das Interesse von Präsidententochter Ivanka Trump: Ivanka, die ihren Vater unter anderem in der Bildungspolitik berät, tauschte sich mehrmals mit Schneider-Ammann über die Lehrlingsausbildung aus.

(mbü)