Die Nationalbank strafft die Geldpolitik weiter und erhöht den SNB-Leitzins um 0,5 Prozentpunkte auf 1,0 Prozent. Damit will sie dem erhöhten Inflationsdruck und einer weiteren Verbreiterung der Teuerung entgegenwirken.

Es sei nicht auszuschliessen, dass zusätzliche Zinserhöhungen nötig sein würden, um die Preisstabilität in der mittleren Frist zu gewährleisten, schreibt die Schweizer Nationalbank in ihrer Medienmitteilung. Der neue Leitzins gelte ab Freitag, 16. Dezember. Um für angemessene monetäre Bedingungen zu sorgen, sei die Zentralbank zudem bereit, bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv zu sein.

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Der Schritt mit einer weiteren Leitzinserhöhung ist keine grosse Überraschung. Im Vorfeld der vierteljährlichen geldpolitischen Lagebeurteilung der SNB hatten viele Volkswirte mehrheitlich eine Zinserhöhung um 0,5 Prozentpunkte prognostiziert. 

Die SNB hatte bereits Mitte September den Leitzins mit einer Erhöhung um 0,75 Prozentpunkte eine fast achtjährige Ära an Negativzinsen hinter sich gelassen. Davor hatte die Notenbank im Sommer die Zinsschraube mit einem Schritt um einen halben Prozentpunkt erstmals seit fünfzehn Jahren wieder angezogen.

Seither hat die Teuerung in der Schweiz etwas nachgelassen. Sie verharrte zuletzt im November unverändert zum Vormonat mit 3,0 Prozent. Davor war sie vorübergehend bis auf 3,5 Prozent gestiegen.

Der SNB-Zinsschritt hat die Börsen bisher nicht gross beeinflusst: Der SMI notiert nach wie vor um etwa 1 Prozent im Minus.

US-Notenbank weit voraus

Als einer der Vorreiter der geldpolitischen Wende gilt die US-Notenbank Fed, die ihren Leitzins in diesem Jahr mehrfach erhöht hat, das letzte Mal am Vorabend. Der US-Leitzins liegt nun bei einer Spanne von 4,25 bis 4,50 Prozent.

Auch die Europäische Zentralbank (EZB) stemmt sich inzwischen mit einer Serie von Zinserhöhungen gegen die hohe Inflation im Euroraum. Eine weitere Anhebung wird bei der Sitzung des EZB-Rates später an diesem Donnerstag erwartet.

In der Eurozone ist die Inflation von ihrem Rekordniveau aus im November auf zuletzt noch 10,0 Prozent gesunken. Der Leitzins im Euroraum liegt aktuell noch bei 2,0 Prozent.

(awp/mth/dob)