International gewinnt Städtetourismus immer mehr an Bedeutung. Und auch in der Schweiz ist der Städtetourismus in den letzten 15 Jahren um mehr als ein Drittel gestiegen, während der Tourismus in den Berggebieten klar schrumpfte. Für die Konjunkturforscher von Bakbasel Grund genug, die Wettbewerbsfähigkeit von Schweizer Destinationen einem internationalen Vergleich zu unterziehen. Die Ergebnisse sind indes ernüchternd.

Die fünf grössten Schweizer Städte Zürich, Genf, Basel, Bern und Lausanne wurden mit zehn europäischen Destinationen verglichen. Laut Bakbasel bestimmen drei Faktoren massgeblich die Stärke einer Stadt im Tourismus. Es sind dies die Entwicklung der Zahl der Hotelübernachtungen, die Auslastung der Hotelbetten und die sogenannte Ertragskraft, also die realisierten Übernachtungspreise. Diese werden in Relation zum Durchschnitt der grössten Städte des Landes berechnet.

Barcelona übertrumpft alle

All diese Punkte zusammengerechnet ergeben eine Rangliste, die den Schweizer Städten nicht gefallen kann. Am besten schneidet Barcelona ab. Der Touristenmagnet in Katalonien überzeugt mit einer hervorragenden Auslastung und Ertragskraft.

Von den fünf grössten Schweizer Städten kann einzig Genf mit den besten Destinationen mithalten. Die Ertragskraft der teuersten Stadt der Schweiz sei «ausgezeichnet», so Bakbasel; auch die Auslastung ist immer noch überdurchschnittlich. Das reicht im starken Feld zum fünften Rang.

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Bern, Basel und Lausanne am Schluss

Immerhin auf Platz zehn schafft es Zürich. Die Auslastung der Hotelbetten ist sehr gut, doch die Zahl der Übernachtungen hat sich in der Limmatstadt unterdurchschnittlich entwickelt. Bern, Basel und Lausanne dagegen finden sich am Ende des Rankings.

Bern ist zwar gut ausgelastet, kann aber bei der Ertragskraft nicht mithalten. Genau umgekehrt ist es in Basel, wo in der Hotellerie gutes Geld verdient wird, die Auslastung aber zu wünschen übrig lässt. Lausanne kann in keiner Kategorie wirklich überzeugen.

Alle Schweizer Städte fallen zurück

Von Genf abgesehen ist für die Schweizer Städte vor allem die Entwicklung der letzten Jahre bedenklich. Seit dem ersten Ranking von Bakbasel im Jahr 2007 sind alle fünf Schweizer Städte zurückgefallen. Dies sei vor allem auf die Frankenstärke und die damit verbundenen Einbussen bei der preislichen Wettbewerbsfähigkeit zurückzuführen, sagen die Forscher. Trotzdem ist es überraschend, dass sich auch touristisch weniger attraktive Städte wie Freiburg oder Stuttgart inzwischen vor Bern und Co. geschoben haben.

Barcelona dagegen hat sich seit 2007 ununterbrochen auf dem ersten Platz halten können. Gründe für den Spitzenplatz sind dieses Mal die massiv höhere Auslastung von 69 Prozent und die höchsten relativen Preise aller untersuchten Städte (zusammen mit Prag). Zum Vergleich: Die anderen vierzehn Städte weisen allesamt eine Auslastung von 44 bis 58 Prozent auf.

Sehen Sie in der Bildergalerie, wie die einzelnen Städte abgeschnitten haben.