1. Home
  2. Konjunktur
  3. Unternehmenssteuern sinken langsamer

Analyse
Unternehmenssteuern sinken langsamer

Steuersätze im Vergleich: Nach Kantonen.   KPMG

Der Spitzensteuersatz in der Schweiz ist 2013 leicht gestiegen. Bei den Unternehmen sanken die Abgaben – allerdings langsamer als zuvor.

Veröffentlicht am 02.04.2014

Die Spitzensteuersätze für Unternehmen sind im vergangenen Jahr deutlich geringer gesunken als zuvor. Bei den natürlichen Personen sind die höchstmöglichen Abgaben hingegen etwas angestiegen. Am wenigsten Steuern zahlen Firmen und Spitzenverdiener in der Innerschweiz.

Der Maximalsatz für Firmen-Gewinnsteuern sank in den vergangenen neun Jahren um durchschnittlich 4,07 Prozent, wie das Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsunternehmen KPMG im «Swiss Tax Report 2014» festhält. Im vergangenen Jahr waren es aber nur 0,9 Prozent, steht in der am Mittwoch veröffentlichten Studie.

Grösster Konkurrent der Schweiz ist Irland

Obwohl der Kanton Luzern den Gewinnsteuersatz um 0,12 Prozent erhöht hat, ist Luzern mit 12,32 Prozent immer noch der steuergünstigste Kanton für Unternehmen. Appenzell-Ausserrhoden, Nidwalden und Obwalden folgen mit 12,66 Prozent.

Die höchste Gewinnbesteuerung haben die Kantone im Mittelland, der Westschweiz sowie die Stadtkantone. Am meisten liefern Unternehmen ab, die ihren Sitz in Lausanne oder Genf haben. Grösster Konkurrent im Ausland aus Unternehmenssicht ist Irland. Die Kantone der Zentral- und der Ostschweiz können laut KPMG gut mit Europa mithalten.

Tiefer sind ausser Irland die von Grossbritannien regierten Kanalinseln und einige Länder in Süd- und Südosteuropa.

Speziell von der EU her, aber auch durch die Regulatoren der Staatenorganisationen OECD und G-20, steht die Schweiz allerdings weiter unter Druck. Mit der Unternehmensteuerreform III müsse die Schweiz ein Modell entwerfen, das innen- wie aussenpolitisch und auch von den Unternehmen akzeptiert werde, fordert KPMG.

34 Prozent Einkommenssteuer

Global sind Hongkong und Singapur, die einen Spitzensteuersatz von 16,5 und 17 Prozent anwenden, eine gewisse Konkurrenz für die Schweiz. Allerdings spielen auf dieser Ebene auch Sonderregimes eine wichtige Rolle, wie KPMG festhält. Bei den hohen Einkommen für Privatpersonen stieg der Spitzensteuersatz 2013 um 0,09 Prozent an. Auch für natürliche Personen bietet die Zentralschweiz die günstigsten Bedingungen: In Zug beträgt der Satz 22,86 Prozent, in Schwyz 23,73 Prozent, in Obwalden 24,12 Prozent, in Nidwalden 25,55 Prozent und in Uri 25,63 Prozent, immer erhoben in den Kantonshauptorten.

Darunter in Europa liegen nur Bulgarien, Litauen, Ungarn und sowie Guernsey und die Isle of Man, die zwischen 10 und 20 Prozent Abgaben verlangen. Der Durchschnittswert für die Schweiz liegt laut KPMG bei 33,86 Prozent.

(sda/me)

 

Anzeige