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BIP
Sex, Drogen und Schmuggel steigern das Einkommen

Prostituierte in Lausanne: Seit 2012 rechnet der Bund die Schattenwirtschaft ins BIP.  Keystone

2013 resultierte dank neuen EU-Vorschriften ein Plus von 26 Milliarden Euro für Spanien. Mehr als ein Drittel geht auf illegale Geschäfte zurück. Relativ gesehen ist das weniger als in der Schweiz.

Veröffentlicht am 25.09.2014

Durch Prostitution, Drogengeschäfte und andere kriminelle Aktivitäten werden in Spanien jährlich rund zehn Milliarden Euro umgesetzt. Dies geht aus am Donnerstag veröffentlichten Daten des nationalen Statistikamtes hervor.

Demnach gingen im Jahr 2010 schätzungsweise 0,87 Prozent des Bruttoinlandsprodukts (BIP) auf illegale Aktivitäten zurück - vor allem auf Prostitution und Drogen, aber beispielsweise auch auf Tabakschmuggel und Glücksspiel. Das entspricht 9,4 Milliarden Euro.

Einheitliche EU-Standards

Die am Donnerstag veröffentlichten Statistiken entsprachen erstmals neuen Vorschriften der EU-Statistikbehörde Eurostat, wonach auch die Schattenwirtschaft mit ihren illegalen Aktivitäten in die BIP-Berechnung einfliessen soll. Die neuen EU-Vorschriften bescherten Spanien für 2013 ein Plus im BIP von 26 Milliarden Euro gegenüber vorherigen Berechnungen.

Der Zuwachs geht aber nicht nur auf illegale Aktivitäten zurück, auch bisher nicht berücksichtigte legale Dinge wie Investitionen in Entwicklung und Forschung werden berücksichtigt. Mit den Vorgaben will Eurostat die einzelnen Statistiken der Mitgliedsländer vergleichbarer machen.

Schweiz: drei Milliarden aus Prostitution

Das Bruttoinlandprodukt (BIP) ist der wichtigste Gradmesser für die Leistung einer Volkswirtschaft. Es enthält den Wert aller erwirtschafteten Güter und Dienstleistungen eines Landes in einem bestimmten Zeitraum. Dazu gehören alle Wirtschaftsbereiche, der private Konsum, Investitionen, Export und Import sowie die Ausgaben des Staates.

Die Schweiz ergänzte ihr Bruttoinlandprodukt bereits 2012 um die Aktivitäten Schmuggel, Prostitution und Drogen. Die Revision erhöhte das Schweizer BIP um rund 4 Prozent.

Gemäss Medienberichten belaufen sich die Schweizer Einnahmen aus Prostitution auf rund drei Milliarden Franken jährlich, rund 0.5 Prozent des BIP. Die Umsätze mit importierten Drogen werden ebenfalls auf rund drei Milliarden geschätzt. Mit Schmuggelware sollen knapp vier Milliarden umgesetzt werden.

 (sda/ise/ama)

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