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Geldpolitik
SNB-Präsident Jordan glaubt an ein Ende der Negativzinsen

Thomas Jordan, Praesident des Direktoriums der Schweizerischen Nationalbank SNB, fotografiert am Jahresend-Mediengespraech der SNB, am Donnerstag, 13. Dezember 2018, in Bern.  Die Schweizerische Nationalbank belaesst ihre Geldpolitik unveraendert expansiv. Der Zins auf Sichteinlagen bei der Nationalbank betraegt weiterhin -0,75% und das Zielband fuer den Dreimonats-Libor liegt unveraendert zwischen -1,25% und -0,25%. Die Nationalbank bleibt bei Bedarf am Devisenmarkt aktiv. (KEYSTONE/Anthony Anex)
SNB-Präsident Thomas Jordan: Er verteidigt die Schweizer Geldpolitik.Quelle: ¬© KEYSTONE / ANTHONY ANEX

Thomas Jordan verteidigt die Schweizer Negativzinsen. Den Glauben an eine Rückkehr zu positiven Zinsen hat er aber nicht aufgegeben.

Veröffentlicht am 26.04.2019

Der Präsident der Schweizerischen Nationalbank sieht momentan keine Möglichkeit für eine Abkehr von den rekordtiefen Negativzinsen. «Ich bin fest davon überzeugt, dass wir eines Tages wieder zu positiven Zinsen zurückkehren werden», sagte Thomas Jordan am Freitag auf der Generalversammlung der SNB laut Redetext.

«Wann dies genau sein wird, kann ich Ihnen heute nicht sagen. Es hängt entscheidend davon ab, wie sich Inflation, Wachstum und Wechselkurs in Zukunft entwickeln», sagte er. Doch die weltweite Konjunktur habe sich in den vergangenen Monaten verlangsamt. Zudem seien die Inflationsaussichten für die Schweiz für das laufende und das kommende Jahr gedämpft und die Lage am Devisenmarkt bleibe fragil. Die seit über vier Jahren bestehenden Negativzinsen seien daher weiterhin absolut notwendig - ebenso wie die Bereitschaft der Notenbank, bei Bedarf am Devisenmarkt zu intervenieren.

Die Gefahr einer Frankenaufwertung

Zugleich verteidigte Jordan die Negativzinsen, die in der Schweiz zuletzt in die Kritik gekommen waren, weil sie Sparer schwächen, auf Pensionskassen lasten und zu einer schädlichen Überhitzung am Immobilienmarkt beitragen können. Jordan trat dem entgegen:

Das Zinsniveau sei weltweit seit Jahren äusserst tief - und nicht erst seit Einführung der Negativzinsen in der Schweiz. Eine Aufhebung des Negativzinses würde zudem zu einer Aufwertung des Frankens führen, die der Schweizer Wirtschaft schade und Sparer, Pensionskassen, Lebensversicherungen und Banken damit unter dem Strich nicht besser stelle.

Die Schweiz hat rekordtiefe Zinsen

Der Leitzins in der Schweiz liegt bei durchschnittlich minus 0,75 Prozent und zählt damit zu den niedrigsten weltweit. Ziel der SNB ist es, damit Anlagen in Franken für Investoren unattraktiv zu machen. Denn die Schweizer Währung gilt als sicherer Hafen und ist besonders in Krisenzeiten gefragt.

Doch ein starker Franken schwächt die exportorientierte Schweizer Wirtschaft. Aufgabe der SNB sei es, für Preisstabilität zu sorgen und dabei die Wirtschaftsentwicklung zu berücksichtigen. «Hielten wir den Negativzins zur Erfüllung unseres Mandats nicht für absolut notwendig, würden wir auf ihn verzichten», sagte Jordan.

Nach Einschätzung von Ökonomen dürfte die SNB erst dann ihre Zinsen erhöhen, wenn die EZB einen solchen Schritt vorexerziert. Diese verschiebt die Zinswende wegen der schlechteren Wirtschaftsentwicklung jedoch Ökonomen zufolge immer weiter nach hinten.

(sda/mbü)

 

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