Die Konsumentenpreise in den USA sind im April weit stärker gestiegen als erwartet. Sie kletterten – im Vergleich zum April 2020 – um 4,2 Prozent, wie das Arbeitsministerium in Washington mitteilte. Von «Reuters» befragte Experten hatten im Schnitt bloss 3,6 Prozent erwartet – nach 2,6 Prozent im März.

Auch zum Vormonat März fiel der Anstieg im April mit 0,8 Prozent weit höher als erwartet aus. Der Haupttreiber dabei waren höhere Energiepreise.

Nachdem die Inflations-Furcht schon seit Tagen auf den Finanzmärkten gelastet hatte, reagierten die Börsen sofort. Der SMI sackte ab; der deutsche Börsenindex Dax drehte ins Tage-Minus; der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 gab um 0,2 Prozent nach. Der Euro sank gegenüber dem Dollar.

Auch die US-Aktien kamen unter Druck. Dow Jones, S&P500 und Nasdaq verloren allesamt – die Überlegung dahinter: Die höhere Teuerung könnte die Notenbank veranlassen, die Zinsen zu erhöhen, was wiederum die Erholung bremsen würde. Und auf der anderen Seite würden damit Staatsobligationen wieder eine attraktivere Anlageklasse.

Anzeige

Zu beachten: Basiseffekt

«Starker Aufwärtsdruck auf die Preise kommt derzeit von temporär gestörten Angebotsketten und einer weltweit hohen Nachfrage nach Konsumgütern: In den kommenden Monaten ist mit einer weiteren Beschleunigung der monatlichen Preissteigerungen zu rechnen», kommentierte Michael Heise, der Chefökonom von HQ Trust. «Es würde nicht überraschen, wenn die Gesamtinflationsrate im Mai und den Sommermonaten die 5-Prozent-Marke und die Kerninflation die 4-Prozent-Marke überschreitet.»

Und Ralf Umlauf von der Helaba meint: «Die Jahresteuerungsrate schnellt auch aufgrund eines starken, pandemiebedingten Basiseffektes nach oben. Die zuletzt im Fokus stehenden Inflationserwartungen werden noch weiter angeheizt werden, weil auch die monatlichen Veränderungen deutlich oberhalb der Erwartungen liegen. Mittel- und langfristig stellt sich die Frage, ob der kombinierte geld- und fiskalpolitische Impuls ohne nachhaltige Folgen für die Preisentwicklung bleiben wird. Die Notenbanken sehen sich aktuell noch nicht unter Druck gesetzt und halten die treiben Faktoren für vorrübergehend.»

Anzeige

Reuters», rap)